KV-Wahl 2016: Angestellten Ärzten eine Stimme in der KV geben

Vom 28. September bis zum 26. Oktober 2016 finden die Wahlen zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen statt. Da immer mehr angestellte Ärztinnen und Ärzte ambulant tätig sind und diese in der KV angemessen vertreten sein sollen, stellt auch der Marburger Bund zwei Kandidaten auf.

Jan Henniger und Dr. Peter Fey sind die beiden Kandidaten, die bei dieser KV-Wahl für den Marburger Bund und die ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte antreten. Sie kandidieren nicht auf einer eigenen Liste, sondern auf der Liste 4 „Die Fachärzte Hessen“, mit der der Marburger Bund bei dieser Wahl kooperiert. Der Marburger Bund Hessen wirbt daher unter seinen wahlberechtigten Mitgliedern, die Liste 4 zu wählen, um den Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzten in der KV eine Stimme zu geben. Wir haben die beiden Kandidaten gefragt, warum die KV für die ambulant angestellten Ärztinnen und Ärzte wichtig ist und warum sie sich in der KV engagieren möchten.

Warum ist es wichtig sich als angestellter Arzt in der Kassenärztlichen Vereinigung zu engagieren?

Jan Henniger: Immer mehr angestellte Ärztinnen und Ärzte arbeiten im kassenärztlichen Bereich. Diese sind aber bisher überhaupt nicht in der KV repräsentiert, obwohl sie wie ermächtigte Ärzte Mitglied in der KV sind. Da kann es nicht sein, dass in der KV nur die Interessen der Praxisinhaber vertreten werden. Daran muss sich etwas ändern.

Dr. Peter Fey: Als angestellter Arzt bin ich Mitglied der KV. Eine Möglichkeit, den immer mehr werdenden angestellten Ärzten eine Stimme in der Selbstverwaltung zu geben, ist die Mitgliedschaft in der Vertreterversammlung. Dort besteht die Möglichkeit, auf die Entscheidungen der KV Einfluss zu nehmen. 

Welche Themen sind Ihnen für die angestellten Ärzte in der KV besonders wichtig?

Henniger: Es ist erst einmal für die angestellten Ärzte wichtig, dass sie ihre Rechte und Pflichten als Mitglieder der KV kennen und wissen, worüber geredet wird. Man befindet sich in einem völlig anderen Umfeld als in der Klinik. Arbeitsverträge werden vollkommen frei ausgehandelt. Verantwortlichkeiten gehen weit über den medizinischen Bereich hinaus. So wird zum Beispiel ein Teil der Altersversorgung (EHV) der Angestellten und Niedergelassen in der KV geregelt. Da ist es wichtig mitzureden.

Weiterhin ist es wichtig die Arbeitsbedingungen der angestellten Ärzte über die KV zu verbessern. Es müssen gewisse Standards eingehalten werden. In der KV Hessen sind alle Kassenärzte vereinigt. Wo, wenn nicht dort, können Elemente eines Tarifvertrag im ambulanten Bereich umgesetzt werden. Dies fordert der Marburger Bund schon seit Jahren.

Fey: Aus den Gesprächen mit anderen angestellten Ärzten sehe ich, dass die Arbeitsbedingungen sehr unterschiedlich und zum Teil intransparent sind. Hier könnte auch von Seiten der KV eine bessere Information für „Einsteiger“ in das KV-System erfolgen.

Welche konkreten Ziele wollen Sie in der KV umsetzen?

Henniger: Ich möchte die Anliegen der angestellten und ermächtigten Ärzte in die KV hereintragen und sie dort sichtbar machen. Genauso möchte ich aber auch die KV zu den angestellten Ärzten bringen. Es gibt jede Menge Chancen in diesem System, wenn man sie kennt.

Fey: Förderung der Akzeptanz des Modells des angestellten Arztes im Bereich der KV, das noch immer in vielen Bereichen kritisch gesehen wird.

Ein wichtiges Thema ist die Weiterbildung im ambulanten Bereich. Wie wollen Sie sich hier für die Ärzte einsetzen?

Henniger: Ja, das ist ein wichtiges Thema, denn die Weiterbildung verlagert sich in den ambulanten Bereich. Wir haben als MB viel Erfahrung im Bereich Weiterbildung und wollen diese auch in die  KV hereintragen. Ich denke, da ist es nicht ausreichend dem Weiterbilder, Zuschüsse zum Gehalt zu zahlen. Auch im ambulanten Bereich muss eine strukturierte Weiterbildung stattfinden.

Fey: In vielen Bereichen der Weiterbildung können Inhalte besser im ambulanten Bereich als im Krankenhaus vermittelt werden. Die derzeit geltenden Regeln und Fördermaßnahmen sind schwierig umzusetzen und müssen dringend an die Bedürfnisse angepasst werden.

Warum kandidieren Sie für den Marburger Bund bei der KV Wahl?

Henniger: Ich habe selbst zehn Jahre im ambulanten Bereich angestellt gearbeitet. Ich habe dabei alle Höhen und Tiefen miterlebt und kenne auch das Bedürfnis nach Informationen. Es ist wichtig zu wissen, welche Rechte und Pflichten man als angestellter Arzt im ambulanten Bereich hat, und muss diese auch einfordern können.  Ich sehen mich als Mittler zwischen den angestellten Ärzten, die  beispielsweise in unseren Arbeitskreisen ihre Fragen und Interessen artikulieren, und den Vertretern der KV, für die häufig angestellte Ärzte noch nicht im Fokus sind.

Fey: Ich bin seit meiner Studentenzeit Mitglied beim MB und habe mich immer gut vertreten gefühlt. Jetzt arbeite ich seit fast 10 Jahren in einem MVZ in einem Bereich, wo es kaum eine Vertretung gibt. Der MB ist die Vertretung der angestellten Ärzte. Er sollte diese Funktion auch bei den angestellten Ärzten im KV-Bereich ausfüllen.

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Jan Henniger ist Facharzt für Chirurgie.

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Dr. Peter Fey ist Facharzt für Psychiatrie.

Autor: mn

Bilder: privat

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