Delegiertenversammlung: Kammerspitze frauenfrei

Bereits im Vorfeld der konstituierenden Delegiertenversammlung am 30.08.08 hatte sich durch eine Einigung der ‘Fachärzte’ und ‘Hausärzte’ abgezeichnet, dass erstmals in der Geschichte der Landesärztekammer Hessen in der Kammerspitze ausschließlich niedergelassene Ärzte vertreten sein sollten. Zudem sollte der Paradigmenwechsel, den 2004 die Wahl einer Ärztin zur Präsidentin dargestellt hatte, Geschichte werden.

Natürlich stemmten sich die Vertreter der Krankenhausärztinnen und -ärzte, die die Mehrheit aller Kammerangehörigen stellen, allerdings aufgrund der alterspezifisch hohen Wahlenthaltung in den jungen Jahrgängen in der DV unterrepräsentiert sind, gegen diese Entwicklung.

Während die ‘Hausärzte’ Martin Leimbeck als Kandidaten zum Vizepräsidenten nominierten, schlug der Marburger Bund Hessen Dr. Susanne Johna vor.

Auf Leimbeck entfielen 45 Stimmen, auf Dr. Johna 33 (bei zwei Enthaltungen). Das Ergebnis zwingt zur Interpretation, dass die Delegierten der Liste ‘ÄrztINNEN’ keine der beiden hochqualifizierten Frauen gewählt haben dürften!

Der Marburger Bund empfindet die Nichtberücksichtigung der Krankenhausärztinnen und -ärzte in der Kammerspitze als absurd und kontraproduktiv für eine positive Entwicklung.

Die de fakto Nichtberücksichtigung einer Ärztin missachtet zudem einen einstimmigen Beschluss des 105. Deutschen Ärztetages 2002, nachdem Ärztinnen entsprechend dem Verhältnis als Kammermitglieder in den Gremien vertreten sein sollen. Zum 1.02.2008 waren 41,7% der Mitglieder in der Landesärztekammer Hessen weiblich.

Der MB Hessen hält dieses Wahlergebnis nicht als zukunftweisend.

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