Kammerwahl 2013: Kann ein Monstrum sexy sein?

„Die Ärztekammer ist einfach nicht sexy.“ Dies sagte ein Kollege bei der Auftaktveranstaltung des Marburger Bundes in Frankfurt. Vielleicht ist dies ein Grund, warum sich vor allem junge Ärztinnen und Ärzte wenig für die Arbeit der Landesärztekammer interessieren.

Bei der letzten Kammerwahl vor fünf Jahren haben sich die jüngeren Kolleginnen und Kollegen kaum an der Wahl beteiligt. Nur 26 Prozent der Wahlberechtigten in der Altersgruppe bis zu 34 Jahren und 34 Prozent der Wahlberechtigten bis zu 44 Jahren haben gewählt. Dies korreliert mit einer Wahlbeteiligung von etwa 35 Prozent bei den angestellten Ärztinnen und Ärzten gegenüber einer Beteiligung von 56 Prozent bei den niedergelassenen Ärzten. Soweit die nüchternen Zahlen.

Doch woran liegt das, warum beteiligen sich insbesondere die jüngeren angestellten Ärztinnen und Ärzte nicht an der Kammerwahl? Das liegt sicher nicht nur daran, dass die meisten Mandatsträger nicht mehr ganz so junge Herren sind. Es liegt vor allem daran, dass die meisten Kollegen mit der Kammer ein bürokratisches Monstrum verbinden, dem man jährlich einen hohen Beitrag für die Zwangsmitgliedschaft überweisen muss, viele Bescheinigungen und Zertifikate eingefordert werden und dem man obendrauf auch noch Gebühren für Zusatzbezeichnungen oder Fachkunden zahlen muss.Also wollen viele Ärzte mit der Kammer nichts zu tun haben und beteiligen sich nicht an der Wahl.

Genau das ist der Fehler! Denn die Kammer trifft wichtige Entscheidungen, die gerade auch für junge Ärztinnen und Ärzte wichtig sind, etwa die Überarbeitung der Weiterbildung oder der Einsatz für familienfreundliche Krankenhäuser und Arbeitszeiten. Aber auch die Beiträge legt Die Delegiertenversammlung fest und hat damit einen direkten Einfluss auf die Zahlungen eines jeden Arztes in Hessen.

Obwohl die angestellten Ärztinnen und Ärzte fast 60 Prozent der berufstätigen Ärzte in Hessen stellen, hat der Marburger Bund nur 19 der 80 Sitze in der Delegiertenversammlung und war im Präsidium in den letzten 5 Jahren überhaupt nicht vertreten. Nur wenn jedes einzelne MB-Mitglied seine Stimme dem Marburger Bund gibt und in der Frühbesprechung oder beim gemeinsamen Mittagessen die Kolleginnen und Kollegen erinnert, den Wahlbrief abzuschicken, wird sich daran etwas ändern.

Die Unterlagen für die Kammerwahl in Hessen hat die Kammer bereits versendet. Nehmen Sie an der Wahl teil, machen Sie Ihr Kreuz beim Marburger Bund und sorgen Sie dafür, dass die Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der Kammer durch einen stark en MB vertreten werden, der in Ihrem Interesse handelt.

Autorin: Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin, Oberärztin Innere Medizin am Neurologischen Reha-Zentrum in Wiesbaden und Gesundheitsökonomin

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