Kindererziehungszeiten: Anspruch auf Rente von der DRV

Frist zur Nachzahlung für bis 09/1950 Geborene endet am 31.12.2015

Ärztinnen und Ärzte können allein aufgrund der Erziehung von Kindern einen Anspruch auf eine Rente von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) haben. Voraussetzung sind mindestens 60 Beitragsmonate. Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, werden von der DRV 24 Monate pro Kind anerkannt, für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, sind es 36 Monate.

Die Kindererziehungszeiten werden nur für einen Elternteil anerkannt. Wenn die Mindestzeit von 60 Beitragsmonaten nicht erreicht wird, können auf Antrag freiwillig Beiträge nachgezahlt werden. Der Mindestbeitrag bei der DRV beläuft sich in diesem Jahr auf 84,15 Euro monatlich. Allerdings gibt es hinsichtlich der Nachzahlung verschiedene Regelungen, je nach Jahrgang.

Ärztinnen und Ärzte die bis einschließlich 01. September 1950 geboren wurden:

Eine Nachzahlung von Beiträgen an die DRV ist nur noch bis zum 31.12.2015 möglich. Es kann nur so viel nachgezahlt werden, bis die Mindestgrenze von 60 Beitragsmonaten erreicht wird.

Ärztinnen und Ärzte die zwischen dem 02. September 1950 und dem 31. Dezember 1954 geboren wurden:

Beiträge können frühestens sechs Monate vor Erreichen der Regelaltersgrenze der DRV nachgezahlt werden. Es kann nur so viel nachgezahlt werden, bis die Mindestgrenze von 60 Monate erreicht wird.

Ärztinnen und Ärzte die ab 1955 geboren wurden:

Beiträge können jederzeit und auch über die Grenze von 60 Monaten nachgezahlt werden.

Um zu klären, wie viel Beiträge freiwillig nachgezahlt werden müssen, um einen Rentenanspruch zu erwerben und ob sich dies im Einzelfall rechnet, ist eine Beratung durch die DRV sinnvoll.

Eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung kann zudem auch Auswirkungen auf die Krankenversicherung derjenigen Rentenbezieher haben, die in einer gesetzlichen Kasse versichert sind.

Wer keine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, kann nicht in die Krankenversicherung der Rentner aufgenommen werden, auch wenn er die sonstigen Versicherungszeiten erfüllt. Ihm bleibt als Rentner nur die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. Die freiwillige Krankenversicherung ist allerdings oftmals teurer als die Krankenversicherung der Rentner, weil dort alle Einkünfte der Beitragspflicht unterworfen werden.

Aufgrund der fehlenden Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind in der Vergangenheit einige Rentenbezieher von berufsständischen Versorgungswerken nicht Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner geworden. Mit dem Bezug einer Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung kann sich diese Einstufung ändern. Hier ist eine Rücksprache mit der Krankenkasse zu empfehlen.

Der Antrag zur Anerkennung von Kindererziehungszeiten kann von den Internetseiten der DRV oder der Versorgungswerke heruntergeladen werden. Bei Fragen können sich Ärztinnen und Ärzte auch direkt an die DRV wenden (Servicetelefon 0800 / 1000 4800).

Autorin: Dr. Susanne Johna

 

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