Klinikum Frankfurt Höchst GmbH trennt sich von Geschäftsführer Freiherr von Follenius "im besten Einvernehmen"

Überraschend haben die Stadt Frankfurt und der bisherige kaufmännische Geschäftsführer der Klinikum Frankfurt Höchst GmbH Ralph Freiherr von Follenius die Beendigung der gemeinsamen Zusammenarbeit mit Wirkung zum 15. März 2011 verkündet.

In einer Mitarbeitermitteilung dankt die zuständige Gesundheitsdezerntin Manuela Rottmann (Bündnis 90/ Die Grünen) Follenius ausgiebig, insbesondere habe dieser "die Basis für den weiteren erfolgreichen Weg als kommunales Krankenhaus" gelegt. Gründe für die hektisch wirkende Trennung werden nicht genannt, indes in den Lokalzeitungen (FNP, FAZ) über die Gründe spekuliert wird. Auch die von Follenius propagierten kontinuierlichen Verbesserungsprozesse (KVP), die in der Automobilbranche praktiziert werden, "hätten nicht zu messbaren Erfolgen geführt".

Von Follenius stand dem Klinikum Frankfurt Höchst mehr als drei Jahre als kaufmännnischer Geschäftsführer vor. In diese Ägide fiel unter anderem die Umwandlung vom kommunalen Eigenbetrieb in eine gemeinnützige GmbH. Für die Ärztinnen und Ärzte des Klinikums Frankfurt Höchst verlief die Zusammenarbeit aus Sicht des Marburger Bundes nicht reibungslos. So ist es ihm nicht gelungen, die bereits von der vorherigen Betriebsleitung angelegten Streitigkeiten um die Eingruppierung der Oberärzte zu befrieden, noch immer müssen vereinzelte Oberärztinnen und Oberärzte für ihre korrekte Eingruppierung klagen.

Beschwerden von Mitgliedern erhielt der Marburger Bund auch immer wieder wegen hoher Arbeitsbelastung, Verstößen gegen Arbeitszeitbestimmungen und nicht besetzter Arztstellen. Auf eine Pressemitteilung des MB Hessen zur Arbeitssituation der Ärzte, insbesondere auch im oberärztlichen Bereich reagierte von Follenius ohne vorherige Ankündigung mit der Forderung einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, die der MB "über sich ergehen" ließ. Dieser Umgang mit der Vertretung der Ärztinnen und Ärzte stellte einen in dieser Form bundesweit einmaligen Vorgang dar und führte bei vielen Mitgliedern ebenso zu deutlicher Befremdung wie seine Aussage auf einer Personalversammlung, wonach "Mitarbeiter aus Medizin und Pflege dazu neigten, mehr zu machen und sich für ihre Patienten aufzuopfern, dieses "Helfersyndrom" sei ein positives Berufsethos, dem jedoch das Wirtschaftlichkeitsgebot gegenüberstehe".

Der Presse ist zu entnehmen, dass von Follenius sich "neuen Herausforderungen im Gesundheitswesen zuwenden" wolle. Designierter Nachfolger ist Thomas Steinmüller, derzeit stellvertretender Leiter der Controllingabteilung der Stadtkämmerei für die Bereiche Umwelt und Gesundheit, der gemeinsam mit dem ärztlichen Geschäftsführer Dr.Christof Kugler die Geschicke des Klinikums leiten soll.

Ob das Klinikum damit in ruhige Gewässer kommt, wird abzuwarten sein. Die Besetzung durch Steinmüller wird von der Betriebsratsvorsitzenden Margarete Wiemer in der FNP wie folgt kommentiert: "Der habe als Controller in der Kämmerei möglicherweise die Kennzahlen des Klinikums im Kopf, von der Organisation des Klinikums und den Unwägbarkeiten des Krankenhausalltags vermutlich jedoch wenig Ahnung".

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