Kostentreiber Gesundheitsfond

Nun ist es endlich verkündet: Der Gesundheitsfond wird den gesetzlich Versicherten mindestens 15,5% seines Lohns / Einkommens kosten. Sehr sonderbar mutet allerdings die Begründung der Erhöhung an, ausgehend vom aktuellen durchschnittlichen Beitragsatz von 14,02% und den 0,9%, die der Versicherte alleine tragen muss. Die Ärzte und Krankenhäuser seien schuld an der Erhöhung, denn man habe ja Milliarden Euro in die notleidendenen Systeme gegeben.

Es scheint ja einfach, dem Krankenhaus und den Beschäftigten über die Jahre nur 0,64% p.a. zu geben, um sich dann zu wundern, dass dort nicht mit der aktuellen Preissteigerung Schritt gehalten werden kann. So hat die Politik selber die Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte erhöht und dies hat automatisch Medikamente, Hilfsmittel, Energie und Sachmittelkosten verteuert. Schaut man noch genauer nach, so stellt man fest, dass ja nur 1,5 Mrd. € der “Spritze” für die Krankenhäuser on top waren, die anderen 1,5 Mrd. € wären durch die Erhöhungen selbst mit dem Budgetdeckel in 2009 sowieso fällig geworden. Noch dreister ist es aber, die Bevölkerung für dumm zu verschaukeln mit der Tatsche, dass die 1,5 Mrd. € (2007 haben die Gesetzlichen Krankenkassen 149,7 Mrd. € eingenommen) in der Relation nur 0,1 % bedeuten.

Wieviel die Kassen 2009 mehr einnehmen würden, wenn man alleine alle Lohnsteigerungen durch Tarifsteigerung berücksichtigt ist, uns nicht endgültig bekannt, aber es wären sicher um die 3%. Also muss der gesetzlich Versicherte die bittere Pille schlucken, dass die Verwaltung des Gesundheitsfond ihn mindestens 0,5% Beitragspunkte seines Lohns kostet! Dass in Krankenhäusern die letzten zehn Jahre an Personal gespart wurde, wird inzwischen sogar von der Gesundheitsministerin nicht mehr bestritten, wie sonst würde sich ihr Interesse an mehr Stellen erklären.

Dass die gesetzlichen Krankenkassen aber kein Hort der Sparsamkeit sind, lässt sich nur indirekt feststellen. Denn gab es 1991 noch über 1.200 Kassen bundesweit, sind es jetzt nur noch knapp über 200, also ein Sechstel. Das Personal hat aber mitnichten abgenommen, sondern beträgt fast unverändert immer noch gut 140.000 Beschäftigte. Hier hatte der Gesetzgeber und die Politik keine Probleme Tariferhöhungen, oder Tarifbonbons, die es selbst im öffentlichen Dienst nicht gab, komplett zu finanzieren.

Wen wundert es da, dass die Beschäftigten in den Krankenhäusern auf diese Nachrichten sauer reagieren.

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