Kreisklinik Darmstadt-Dieburg GmbH: Wer über`s Gehalt spricht, dem droht eine saftige Strafe

Wer über Vergütung spricht, dem droht ein Monatsgehalt als Vertragsstrafe, dies sieht die Arbeitsordnung der Kreiskliniken GmbH des Landkreises Darmstadt-Dieburg vor. Da stellt sich die Frage, warum mit solch harten Maßnahmen gedroht wird, wo doch laut Website „die Mitarbeiter die Seele und das Herzstück jeder Klinik bilden“.

Ganz offensichtlich sollen insbesondere die ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber schweigen, wie viel schlechter die Arbeitsbedingungen im Gegensatz zu anderen kommunalen Kliniken sind. Hintergrund ist, dass für die Ärztinnen und Ärzte der Kliniken GmbH kein Marburger Bund-Tarifvertrag gilt, sondern die Klinik allein oder in Teilen mit dem Betriebsrat die Arbeitsbedingungen festsetzt.

Dadurch erhalten Ärztinnen und Ärzte

  • 2013/2014 nur 1,6 Prozent statt 4,6 Prozent Gehaltserhöhung im Vergleich zum TV-Ärzte/VKA und dies auch erst 8 Monate verspätet.
  • keinen Zusatzurlaub für nächtliche Bereitschaftsdienste.
  • keinen Nachtzuschlag für Bereitschaftsdienste.
  • keinen tariflichen Urlaubs-/Krankenlohnaufschlag.
  • keine Überstundenzuschläge.
  • keine vergleichbare Altersversorgung wie in anderen kommunalen Kliniken.

Als wäre das nicht genug, haben Klinikleitung und Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die nach Auffassung des MB in Teilen gegen Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes verstößt und sogar die Möglichkeit eröffnen soll, dass Ärztinnen und Ärzte auch ohne Bereitschaftsdienst bis zu 24 Stunden am Stück arbeiten sollen.

Wen wundert`s, dass da die Mitarbeiter auch noch zu einem „Maulkorb“ verdonnert werden. (wa)

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