Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH zu Verhandlungen aufgefordert

Ärztinnen und Ärzte werden bereits ein Jahr lang „vertröstet“

Der Marburger Bund Hessen hat die Kreiskrankenhaus (KKH) Frankenberg gGmbH mit Einschreiben vom 4.02.11 nun zu Haustarifverhandlungen in Anlehnung an den TV-Ärzte/VKA aufgefordert. Die KKH Frankenberg gGmbH ist zum Ende des Jahres 2004 aus dem kommunalen Arbeitgeberverband Hessen ausgetreten. Die Ärztinnen und Ärzte waren seit dem von der tariflichen Entwicklung abgeschnitten und erhalten Vergütung nach dem BAT, Stand 2004. Neueinstellungen erhalten per Individualarbeitsvertrag ein Entgelt, das an TV-Ärzte/VKA angelehnt ist, jedoch mit einer schlechteren Faktorisierung der Bereitschaftsdienste, so dass je 16-Stundendienst ein Verlust von rd. 0:30h entsteht. Überstunden und Bereitschaftsdienste wurden bisher mit dem aus dem BAT bekannten Stundenlohn von 23,32 € bezahlt. Eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist auf das gesetzliche Mindestmaß beschränkt.

Nachdem Landrat Dr. Reinhard Kubat im März 2010 auf einer Betriebsversammlung Tarifverhandlungen in Aussicht gestellt hat, kam es erst Ende November 2010 zu einem Orientierungsgespräch, das damit endete, dass der Geschäftsführer des KKH Frankenberg, Herr H.-D. Segschneider, mitteilte, bisher noch keine validen Berechnungen über die evtl. Mehrkosten aus der Anwendung des Niveaus der zukünftigen Tarifverträge zu haben und erst einen externen „Rechner“ damit beauftragen wolle. Die Ärztinnen und Ärzte sollten auf das für die „frühestens zweite Märzhälfte 2011“ zu erwartende Berechnungsergebnis vertröstet werden.

Mit der jetzt erfolgten Aufforderung zu Haustarifverhandlungen mit dem Marburger Bund und einer konkreten Tarifforderung, hat der Arbeitgeber die Möglichkeit für eine kurzfristige Einigung auf dem Verhandlungswege. Sollte dies abgelehnt werden, wird der Marburger Bund Hessen die Ärztinnen und Ärzte am KKH Frankenberg kurzfristig zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen.

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