MB-Hauptversammlung aus hessischer Sicht

Zweimal im Jahr treffen sich die Delegierten des Marburger Bundes zur Hauptversammlung des Bundesverbands, wobei die zweite Veranstaltung des Jahres 2016 wie immer in Berlin stattfand. Auch dieses Mal war ich wieder als Delegierter dabei und machte mich auf den Weg in die Hauptstadt. Die Tagesordnung war dieses Mal besonders umfangreich, denn es standen Wahlen für den Bundesvorstand an.

Der erste Versammlungstag stand zunächst jedoch ganz im Zeichen der "Außenpolitik". Unser Erster Vorsitzender Dr. Rudolf Henke berichtete über die aus Verbandssicht führenden berufspolitischen Themen. Dabei nahm die Perspektive der deutschen Krankenhauslandschaft besonderen Raum ein. In der Diskussion kam dann auch eine große Sorge der Delegierten hinsichtlich Standortschließungen einerseits und einer Überlastung der ambulanten Versorgung andererseits zum Ausdruck.

Wandel in der Medizin

Der stetige Wandel in der Medizin kam auch durch die drei nachfolgenden Vorträge anschaulich zum Ausdruck. Zunächst berichtete Dr. Johannes Wimmer über seine Erfahrungen mit einem medizinischen Beratungsportal im Internet und den Versuch, Patienten auch im virtuellen Raum zu erreichen. Danach formulierte Nicole Holzer die Erwartungen junger Ärztinnen und Ärzte im täglichen Kampf um Anerkennung, Freizeit, Schlaf oder auch nur um den Kurvenwagen. Vom Podium rief der zweite Vorsitzende des Bundesvorstands, Dr. Andreas Botzlar, die Ereignisse des Jahres 2006 mahnend in Erinnerung: "Dann muss die geballte Faust die Tasche verlassen!"

Unterschiede in der Sprachführung

Den dritten Vortrag bestritt die indische Ärztin Sayli Jain, die seit vier Jahren in Deutschland lebt und über die juristischen Hürden für ausländische Ärzte berichtete, wobei in Vortrag und Diskussion insbesondere regionale Unterschiede der Sprachprüfung sowie der zeitlichen Befristungen von Berufserlaubnissen thematisiert wurden. Es bestand weitgehende Einigkeit im Wunsch nach bundeseinheitlichen, definierten (fach-)sprachlichen Zugangskriterien für ausländische Ärzte.

Wahl des Bundesvorstands

Der zweite Tag befasste sich schwerpunktmäßig mit der "Innenpolitik". Durch eine Änderung der Tagesordnung konnte etwas früher als geplant die Wahl des neuen Bundesvorstands erfolgen, der nun aus zwei Vorsitzenden und sieben Beisitzern besteht. In einem starken Bewerberumfeld standen insgesamt mehr Kandidaten zur Wahl, als Plätze zu vergeben waren und es musste auch erstmals die neu eingeführte Geschlechterquote den Praxistest bestehen. Dadurch verkomplizierte sich der schon vorher unübersichtliche Regionalproporz noch zusätzlich und es wurden deutlich mehr Wahlgänge als in den Vorjahren erforderlich.

Hessen im Bundesvorstand

Erfreulicherweise ist der Landesverband Hessen weiterhin im Bundesvorstand vertreten und ab sofort erhält die bislang einzige Frau im Vorstand, Dipl.-Med. Sabine Ermer, von der hessischen Landesverbandsvorsitzenden Dr. Susanne Johna und Dr. Melanie Rubenbauer aus Bayern weibliche Verstärkung.
Aus hessischer Sicht ebenfalls sehr erfreulich und für den Jubilar völlig überraschend erhielt Dr. Matthias Moreth den "Goldenen Ehrenreflexhammer" für seine jahrzehntelangen Verdienste im Verband und im Vorstand des Versorgungswerks der Landesärztekammer Hessen. Ebenfalls gewürdigt wurden die Leistungen von Dr. Christoph Emminger aus Bayern und Priv.-Doz. Dr. Andreas Scholz aus Hessen, die beide nach langjähriger Tätigkeit im Bundesvorstand aus diesem Gremium ausscheiden.

Überarbeitung der Wahlordnung

Insgesamt entstand an diesem Tag nicht nur bei mir, sondern auch bei einer Mehrheit der Delegierten der Eindruck, dass eine Präzisierung der Wahlordnung für die Beisitzer sinnvoll sein könnte, um die Abläufe künftig zu beschleunigen. Entsprechend wurde an den neuen Vorstand ein Auftrag zur Überarbeitung der Wahlordnung mehrheitlich beschlossen.
Der zweite Sitzungstag endete unter dem Vorsitz des neuen Bundesvorstands mit einer Reihe von Beschlussfassungen zu verschiedenen eingereichten Anträgen, etwa zum Thema Zeitmangel, Vergütung im PJ oder Teilstudienplätze.

Zur Person: Dr. Daniel Sommerlad arbeitet beim MDK Hessen, er ist MB Hessen Delegierter und Beisitzer im Bezirk Frankfurt.

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