MB-Umfrage: Arbeitszeiterfassung - da versagt die Bürokratie

Hatten wir in unserem letzten Beitrag über die Ergebnisse der MB-Umfrage die monströse Bürokratie in den Krankenhäusern als wichtigste Ursache der Unzufriedenheit der Ärztinnen und Ärzte beklagen müssen, so könnte die Vermutung aufgekommen sein, dass die bürokratischen Wut der Datenerfassung dann auch zu einer kompletten Registrierung der Arbeitszeit führt, wie sie schließlich auch das Gesetz vorschreibt.

Da müssen wir Sie herb enttäuschen. Zwar passt es zum Bild unserer gewerkschaftlich orientierten und kämpferischen Mitglieder, dass in Hessen die Arbeitszeit signifikant besser erfasst wird als im übrigen Bundesgebiet, aber ein Defizit von 43,6% ist noch viel zu hoch und belegt, dass auch in Hessen flächendeckend gegen das Gesetz verstoßen wird!

Da kann es auch kein Trost sein, wenn in Hessen signifikant häufiger eine elektronische Erfassung erfolgt. Denn letztlich kommt es auf die Handhabung an. Wir denken da an Abteilungsleiter, die mit gesammelter Mannschaft zum Ausstechen an die Uhr und danach zum Weiterarbeiten zurück in die Abteilung marschiert sind – ein klarer Fall von organisiertem Betrug – oder an Software, die jede Mehrarbeit, die das gesetzliche Limit überschritten hat, nicht mehr registrierte – logisch: denn was nicht sein darf, das kann nicht sein…

Sie vermuten, dass hinter der gesetzwidrigen Mangelerfassung der Arbeitszeit System steckt? Dass vielleicht eine Scheu besteht, (oft unbezahlte) Mehrarbeit zu dokumentieren, vor allem, wenn die einen ebenfalls gesetzwidrigen Umfang hat? Da liegen Sie richtig. Aber das sprengt den Umfang dieses Beitrags.

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