MB Hessen: Unterschriftenaktion in evangelischen Krankenhäusern (DWHN)

Der MB Hessen startet ab sofort eine Unterschriftenaktion, deren Ziel die Übernahme des arztspezifischen Tarifvertrages TV-Ärzte/VKA (Kommunale Arbeitgeber) ist und der sich inzwischen bei den nicht tarifgebundenen Krankenhäusern zu einer Leitwährung entwickelt hat. Damit sollen die Arbeitsbedingungen verbessert und die evangelischen Krankenhäuser des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau (DWHN) wieder konkurrenzfähig werden.

Durch die Einführung der Kirchlich-Diakonischen Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) im Jahr 2005 verdienen z.B. Assistenzärzte im ersten und sechsten Berufsjahr jeweils über 12 Prozent weniger, Fachärzte im ersten und siebten Jahr verdienen über 28 beziehungsweise 21 Prozent weniger als nach dem TV-Ärzte/VKA“, sagte der Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen, Rechtsanwalt Udo Rein.

Beschlossen wurden diese ärztlichen Dumpinglöhne in der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK), in der zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern die Arbeitsbedingungen in evangelischen Einrichtungen festgelegt werden. In dieser Kommission sind die Ärztinnen und Ärzte aus evangelischen Krankenhäusern nicht originär vertreten. Dem Marburger Bund Hessen als einzig legitimer Interessenvertretung der angestellten Ärzteschaft wird aufgrund einer Regelung im Arbeitsrechts-Regelungsgesetz (ARRG) die Teilnahme in der AK verweigert. Das ARRG lässt in § 7 Abs.2 ARRG nur Mitarbeitervereinigungen zu, die allen kirchlichen und diakonischen Mitarbeitern zur Mitgliedschaft offen stehen. Für eine Fachgewerkschaft soll kein Platz sein!

Aber auch die in der Arbeitsrechtlichen Kommission vertretenen Arbeitnehmerorganisationen (u.a. Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) und ver.di) haben die Vorschläge des MB Hessen hinsichtlich einer Anpassung der KDAVO an das Niveau arztspezifischer Tarifverträge bisher ignoriert. Einige Kliniken (z.B. der Agaplesion AG) zahlen im Einzelfall nach Bedarf Zulagen und Zuschläge, was zu Unzufriedenheit der Mitarbeitervertretungen und zunehmender Intransparenz führt.

Durch die Beschlüsse der Arbeitsrechtlichen Kommission hinken die materiellen Arbeitsbedingungen im nationalen Vergleich hinterher” so Rein. In der Arbeitsrechtlichen Kommission werden vielmehr Anpassungen an den TVöD gefordert, die Ärztinnen und Ärzte erneut schlechter stellen.

Gehaltsvergleiche finden sich hier.

Eine Positivliste der mit dem Niveau TV-Ärzte/VKA vergleichbaren Krankenhäuser des DWHN finden Sie hier.

 

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