MB Hessen erzielt wegweisende Einigung mit dem Land Hessen

Hart aber zielgerichtet - so gestalteten sich die Tarifverhandlungen für die Ärztinnen und Ärzte an den Uniklinika Gießen / Marburg und Frankfurt/M. Am Montag Abend einigte sich der Marburger Bund Hessen mit dem Land Hessen unter Beteiligung von Vertretern des Klinikums Gießen-Marburg und der Uniklinik Frankfurt/M. auf einen neuen Tarifabschluss. Mit dem Ergebnis zeigte sich PD Dr.med. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender des Marburger Bund Hessen, sehr zufrieden: “Wir haben unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen respektablen Abschluss erreicht, der klar unsere Handschrift trägt. Bundesweit vorbildlich ist die neue Familienkomponente mit dem zusätzlichen Nachtarbeitszuschlag für Ärztinnen und Ärzte mit Kindern“, sagte Scholz.

Entgeltsteigerung um 2,2 Prozent

Die Tarifvertragsparteien vereinbarten beginnend mit dem 1. Oktober 2010 eine Erhöhung der Gehälter in zwei Stufen um 2,2 Prozent. Zunächst wird das Entgelt ab 1. Oktober um 1,2 Prozent und ab 1. April 2011 um weitere 1,0 Prozent erhöht. In der Entgeltgruppe Ä4 wurde eine zusätzliche Stufe 4 für erfahrene Fachärzte eingeführt. Darüber hinaus wird es mit dem Septembergehalt für die Monate Juni bis einschließlich September 2010 eine Sonderzahlung von 400 € geben, die für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung einer Steigerung des derzeitigen Tarifentgelts zwischen 2,1 und 2,5 Prozent bedeutet. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 19 Monate bis zum 31. Dezember 2011.

Zusätzliche Nachtarbeitszuschläge und Familienkomponente

Besonders hervorzuheben sind die konkreten Verbesserungen in der Vergütung der Nachtdienste. So wurde ab 1. Januar 2011 eine spürbare Erhöhung des Nachtarbeitszuschlages für Vollarbeit, beispielsweise in einem Schichtdienst oder bei Inanspruchnahmen in der Rufbereitschaft und ein Nachtarbeitszuschlag im Bereitschaftsdienst vereinbart. Als Familienkomponente einigten sich die Tarifparteien auf eine Erhöhung der vorgenannten Zuschläge um 1 € je Nachtarbeitsstunde für Ärztinnen und Ärzte, die ein Kind haben und für das Kindergeld bezogen wird. Weiterhin gibt es für den ärztlichen Bereitschaftsdienst an Sonntagen außerhalb der Nachtstunden einen Zuschlag von 3-5 € je Stunde.

Zusatzurlaub für Bereitschaftsdienst

Der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und dem Gesundheitsschutz dienen auch weitere Vereinbarungen: Ab 2011 werden zwei Tage Zusatzurlaub für mindestens 288 geleistete Bereitschaftsdienststunden in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr gewährt.

Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Tarifkommission Uniklinika des Marburger Bundes sowie des Vorstandes des MB Hessen. Mit der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und der Stiftungsuniversität Frankfurt müssen Anschlusstarifverträge abgeschlossen werden.

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