MB: Zwang zur Tarifeinheit schreckt Fachkräfte ab

„Zwang zur Tarifeinheit ist das Gegenteil von Tarifautonomie. Arbeitnehmer können selbst entscheiden, welche Gewerkschaft sie in Tarifverhandlungen vertritt und brauchen dafür keinen Vormund. Dieses Recht kann der Gesetzgeber nicht einschränken, ohne die Verfassung zu verbiegen“, kommentierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, die heute bekannt gewordene Vereinbarung der Koalitionsarbeitsgruppe Arbeit und Soziales über eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit.

Der Marburger Bund werde sein hart erkämpftes Recht, eigenständig Tarifverträge für angestellte Ärzte zu schließen, selbstbewusst und entschlossen verteidigen. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern erreichen können und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet.

Es kann nicht im Interesse einer Großen Koalition sein, diese Entwicklung umzukehren und hoch qualifizierten Arbeitnehmern das Recht auf selbstbestimmte tarifliche Vertretung zu nehmen. Ohne die Möglichkeit zum Abschluss berufsspezifischer Tarifverträge würden Fachkräfte nicht nur in Kliniken wieder unter dem Tarifkommando einer fremden Gewerkschaft landen, die ihre Interessen gar nicht vertritt“, sagte Henke.

Pressemitteilung: MB-Bundesverband

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