MB trifft Sozialminister Grüttner: Fachsprachliche Prüfungen sind notwendig

Der Vorstand des Marburger Bundes Hessen hat sich Ende März mit dem Hessischen Minister für Soziales und Integration Stefan Grüttner sowie mit dem Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel (beide CDU), in Wiesbaden getroffen, um sich über aktuelle gesundheitspolitische Themen auszutauschen.

Beim Thema „Pflichtweiterbildung in der Niederlassung“, das auch auf dem letzten Deutschen Ärztetag in Hannover kontrovers diskutiert wurde, machte der MB Hessen seinen Standpunkt deutlich: Ein Zwang zur Weiterbildung in der Praxis löse nicht das Nachwuchsproblem, das sich im niedergelassenen Bereich beobachten lässt.

Zwang führt zu Engpässen in der Klinik

„Ein Zwang führt nur zu einer weiteren Verschärfung der Engpässe in der Klinik, außerdem ist die Frage der Vergütung der Kollegen in Weiterbildung im ambulanten Bereich nicht geklärt“, sagt Dr. Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des MB Hessen. Die Weiterbildung in der Praxis sollte – wie auch bisher – möglich sein, aber keine Pflicht. Hinter dieser Diskussion stehe laut Grüttner das allgemeine Problem des Ärztemangels im Bereich der Niederlassung, der sich jetzt von der Allgemeinmedizin auch auf die Fachärzte ausdehne.

Da immer häufiger auch Ärzte aus dem Ausland offene Stellen in hessischen Kliniken besetzen, war auch die Frage nach einheitlichen Sprachprüfungen für Ärzte aus dem Ausland für den MB relevant. Hier will sich Minister Grüttner in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder für einheitliche Regelungen einsetzen. Dies ist auch im Interesse des MB Hessen, der im Sinne der Patientensicherheit neben der allgemeinsprachlichen auch eine fachsprachliche Überprüfung für unerlässlich hält.

Aufgrund der Vereinbarung im Koalitionsvertrag, ein neues Qualitätsinstitut zu gründen, sprach der MB auch diesen Punkt an und machte deutlich, dass sich eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung nur mit der Bereitstellung von ausreichendem Personal und genügenden Finanzmitteln erreichen lässt. Entscheidend für das Ministerium für Soziales und Integration ist hier die Frage, welche Qualitätskriterien festgelegt und wie diese überprüft werden sollen. Ein positives Beispiel sei hierfür das Hessische Onkologiekonzept, so Grüttner.

Probleme gibt es im Beauftragtenwesen

Probleme sieht der MB Hessen im Beauftragtenwesen im Bereich Hygiene, Ethik und Transplantation. „Hier gibt es immer wieder Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung. Wenn man Beauftragte benennt, muss diesen auch die Möglichkeit gegeben werden, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können. Das geht nur durch Entlastung in anderen Bereichen“, so Johna. Grüttner kennt diese Problematik und sagte eine Überprüfung des Themas zu.

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