Machtvolle Demonstration der Kampfbereitschaft

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Nur die ersten 800 Ankömmlinge am Wiesbadener Hauptbahnhof hatte die Tagesschau in ihrer aktuellen Berichterstattung gesehen. Bereits um 14h brachte sie einen Beitrag als viertes Thema. In der Anmoderation wurde vor allem die Forderung nach einer sofortigen Angleichung der Bezüge in den neuen Bundesländern an das Niveau West erwähnt.

Im Laufe der Kundgebung wuchs die Teilnehmerzahl auf 1.500 an, so dass ein eindrucksvoller Demonstrationszug durch Wiesbaden zog. Bei der Abschlussveranstaltung war auf dem Bahnhofsvorplatz ein Meer von weißen Kitteln und orangen MB-Kappen zu sehen von den fast 2.000 Ärztinnen und Ärzten. Neben den Kolleginnen und Kollegen aus Hessen, Nordrhein und Rheinland-Pfalz, die wir schon angekündigt hatten, gilt unser Dank den Kolleginnen und Kollegen, die aus dem tiefsten Süden aus Traunstein und Berchtesgarden kamen, bis zu denen, die aus Kiel und Bremen im Norden angereist waren. Es ist außerdem noch über eine besonders breite Mitwirkung an dem Warnstreik aus Bayern und Baden-Württemberg zu berichten.

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Nicht zu vergessen die vielen vielen Ärztinnen und Ärzte, die vor Ort in kreativen Formen, wie z.B. einer aktiven Mittagspause, demonstrierten. Insgesamt wurden heute bundesweit ca. 200 Kliniken bestreikt.

Regelmäßige Leserinnen und Leser unserer Website werden hier genauso wenig wie auf der Website des Bundesverbandes und der anderen Landesverbände des MB Ausführungen finden, die eine Äußerung des Sprechers der Arbeitgeber in der Tagesschau rechtfertigen, hier würde eine ’selbsternannte Elite’ Tarifforderungen stellen, die sie nicht erwirtschaften würde.

Das ist gleich in dreifacher Hinsicht daneben: Die Ärzteschaft hat ihr Ansehen in der Bevölkerung, über das die Meinungsforscher erst kürzlich berichteten, nicht ’selbst ernannt’, sondern erarbeitet, und zwar unter widrigsten Bedingungen. Zu denen gehört auch, dass schon vor zwei Jahren eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden im Tarifvertrag vereinbart worden war, die von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der laufenden Tarifrunde von den bei Verdi Organisierten verlangt wird. Die jetzt schon durch flächendeckenden Verstoß gegen die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes ausgebeuteten und übermüdeten Ärztinnen und Ärzte sollen sogar einer noch einmal um 1,5 Stunden erhöhten Wochenarbeitszeit zustimmen - ein glatter Lohnraub von 3,75%!

Außerdem ist die bestverdienende Gruppe in der Klinik die der Geschäftsführer und Verwaltungsdirektoren, die sich Ihre Bezüge in den letzten Jahren im Mittel um 15% erhöht hatten. Diese Gruppe verweigert den Beschäftigten in den Kliniken jegliche Real-Lohnerhöhung, den die Inflationsrate liegt schon bei 3% p.a.

Ohne die Ärztinnen und Ärzte kann keine Klinik etwas erwirtschaften, abgesehen davon, dass diese sich in erster Linie der Krankenversorgung widmen und sich nicht als Wirtschaftsfaktor verstehen. Sie können auch nicht dafür haften, dass durch politische Willkür die Krankenhäuser wirtschaftlich erdrosselt werden.

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Um 15h war das Thema ‘Warnstreik der Ärzte’ für die Tagesschau an die erste Stelle gerückt.

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