Marburg hängt Kassel ab - Kassel schlägt zurück

Immer weniger Medizinstudierende in der letzten Ausbildungsphase, dem praktischen Jahr (PJ), schickt der Fachbereich Medizin der Universität Marburg in sein Lehrkrankenhaus Klinikum Kassel. Gab es bei der Einführung des PJ noch Zurückhaltung der Studierenden gegen eine Verschickung nach Nordhessen, wandelte sich das Bild rasch, nachdem sich herumgespochen hatte, wieviel praxisnäher die Tätigkeit und intensiver die Ausbildung an diesem Lehrkrankenhaus war. In den besten Zeiten zog es bis 80 pro Jahr dorthin, berichtet hier die HNA.

Das hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt, nachdem der Fachbereich eine Ausbildung in Kassel nur zulässt, wenn alle am Marburger Uniklinikum zur Verfügung stehenden Plätze besetzt sind. Geblieben sind etwa zehn Studierende pro Jahr für das Klinikum Kassel.

Das Klinikum sieht die Arbeit im PJ als wichtige Möglichkeit an, sich als Arbeitsplatz für die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte zu profilieren und hat sich deshalb entschlossen, in Zusammenarbeit mit der Universität Southampton die private Kassel School of Medicine (KMS) zu gründen: In einer Ausbildungsdauer von fünf Jahren sollen für eine Studiengebühr von insgesamt 60.000 € pro Jahr 24 (insgesamt also etwa 120) Studierende zunächst zwei Jahre in England und danach drei Jahre in Kassel ausgebildet werden, wie die HNA hier beschreibt.

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