Marburger Bund Hessen einigt sich mit Kerckhoff-Klinik

Der Marburger Bund Hessen hat sich mit der Kerckhoff-Klinik auf einen neuen Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte geeinigt. Das Tabellenentgelt steigt in zwei Schritten um insgesamt 4,6 Prozent. Zudem haben sich die Zeitzuschläge für Vollarbeit in der Nacht und Rufbereitschaft sowie für Bereitschaftsdienst in der Nacht und an Sonntagen erhöht. Änderungen gibt es auch bei den Urlaubstagen und beim Zusatzurlaub: Hier gibt es jetzt ab bereits 144 Stunden geleistete nächtlicher Bereitschaftsdienst einen Tag Zusatzurlaub.

Die Änderungen im Einzelnen:

  1. Tabellenentgelt-Steigerung um 4,6 Prozent

Die Tabellenentgelte werden ab 1. Juni 2013 um 2,6 Prozent erhöht. Zum 1. Juni 2014 erfolgt eine weitere Erhöhung der Entgelttabelle um 2 Prozent.

  1. Zeitzuschläge für Vollarbeit in der Nacht und Rufbereitschaft sowie für Bereitschaftsdienst in der Nacht und an Sonntagen

Die Zeitzuschläge für Vollarbeit, Schichtarbeit und Rufbereitschaft sowie für Bereitschaftsdienste in der Nacht und an Sonntagen erhöhen sich mit Wirkung vom 01. Juni 2013 auf:

4,85 Euro in den Entgeltgruppen Ä1 und Ä2
6,20 Euro in den Entgeltgruppen Ä3 und Ä4
7,60 Euro in den Entgeltgruppen Ä5 und Ä6

Mit Wirkung vom 01. Juni 2014 auf:

5,10 Euro in den Entgeltgruppen Ä1 und Ä2
6,55 Euro in den Entgeltgruppen Ä3 und Ä4
7,95 Euro in den Entgeltgruppen Ä5 und Ä6.

3. Erhöhung des Samstagszuschlags und der Bemessungsgrundlage für Zuschläge

Der Samstagszuschlag (zwischen 13 und 21 Uhr) beträgt ab 1. Juni 2013 zehn Prozent je Stunde, wobei die Bemessungsgrundlage für Zuschläge (Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Arbeit am 24. und 31. Dezember sowie am Samstag) zukünftig generell auf die Stufe 2 (bisher Stufe 1) der jeweiligen Entgeltgruppe festgelegt ist. Insoweit steigt der Samstagszuschlag von bisher 0,64 Cent  je Stunde in den einzelnen Entgeltgruppen wie folgt:

Ä1: 2,51 Euro
Ä2: 2,83 Euro
Ä3: 3,15 Euro
Ä4: 3,59 Euro
Ä5: 3,87 Euro
Ä6: 4,56 Euro

Mit Wirkung vom 01. Juni 2014 steigen diese Werte um weitere 2 Prozent.

4. Erholungsurlaub und Zusatzurlaub für nächtliche Bereitschaftsdienste

Die bisherige Urlaubsstaffel:

26 Tage bis zum 30. Lebensjahr
29 Tage bis zum 40. Lebensjahr
30 Tage ab dem 40. Lebensjahr

wird durch die folgende Staffel abgelöst:

In den ersten 6 ärztlichen Berufsjahren = 29 Tage
nach den ersten 6 ärztlichen Berufsjahren = 30 Tage.

Für im Jahr 2013 vorhandene Ärztinnen und Ärzte verbleibt es für 4 Jahre (bis einschließlich 2016) beim Anspruch auf 30 Tage. Diese Übergangsregelung ist deutlich besser als die an den außerhessischen Universitätskliniken, die dort nur auf das Jahr 2013 begrenzt ist.

Der Marburger Bund konnte in diesem Zusammenhang zudem erreichen, dass die Regelung des Zusatzurlaubs für nächtliche Bereitschaftsdienste verbessert werden konnte. Künftig erwirbt man bereits ab der Ableistung von 144 Stunden Anspruch auf einen Tag Zusatzurlaub und ab 288 Stunden Anspruch auf 3 Tage (für Teilzeitbeschäftigte anteilig).

Die Einigung steht noch unter beiderseitigem Gremienvorbehalt.

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