Marburger Bund Hessen fordert eine sofortige Vergütung des PJ für Medizinstudierende in Frankfurt

Medizinstudierende an der Frankfurter Uniklinik und den angeschlossenen Lehrkrankenhäusern erhalten bislang keine Vergütung des Praktischen Jahres - und dies, obwohl die neue Approbationsordnung Geld- und Sachleistungen in Höhe von maximal 597 Euro vorsieht. Der Marburger Bund Hessen setzt sich deshalb für eine sofortige PJ-Vergütung von 597 Euro ein.

„Viele Studierende überlegen sich bereits die Uni zu wechseln oder ihr PJ ganz im Ausland zu absolvieren. Dadurch geht Frankfurt hochmotivierter ärztlicher Nachwuchs verloren“, sagt Jan Bauer, Studentensprecher des Marburger Bundes und selbst Medizinstudent in Frankfurt. An der Uniklinik in Gießen und Marburg erhalten die Studenten im PJ immerhin 300 Euro im Monat. „Es kann nicht sein, dass Studentinnen und Studenten 48 Wochen, acht Stunden am Tag arbeiten und dafür keinen Cent erhalten“, sagt Bauer zur Situation in Frankfurt.

Außerdem sollen an der Uni Frankfurt, mit dem Ende des Hammerexamens 2014, auch die Studientage abgeschafft werden. „Studientage sind und bleiben eine sinnvolle Ergänzung der klinisch-praktischen Ausbildung im Praktischen Jahr“, sagt Bauer, „und sollen deswegen nicht zur Diskussion stehen.“ Der Marburger Bund Hessen unterstützt die Studierenden in ihrer Forderung eine angemessene Zahl an Studientagen zu erhalten. 

„Wichtig ist uns, dass sich die Entscheidungen über die PJ-Vergütung und den Studientag nicht noch länger hinziehen und die Studenten von einer schnellen und guten Lösung profitieren“, sagt Rechtsanwalt Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer MB Hessen.

Zur ersten Vollversammlung am Freitagnachmittag in Frankfurt waren ca. 250 Studenten gekommen, um sich für die PJ-Vergütung und den Erhalt des Studientages einzusetzen. Bei der zweiten Vollversammlung am 24. April waren mehr als 300 Studierende anwesend und Vertreter des Dekanats und der Lehrkrankenhäuser.

Weiter geht es jetzt am 16. Mai 2013! An diesem Tag ist ein Demozug von der Uniklinik in Richtung Innenstadt geplant.

 

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Rund 250 Studierende setzen sich für eine PJ-Vergütung und den Studientag ein. Nach der ersten Vollversammlung am 19. April kamen die Studentinnen und Studenten vor der Uniklinik Frankfurt zusammen. (2)

Foto: A. Arnold

Foto (2) und Text: Kerstin Mitternacht

 

Die Forderungen der Studierenden:

UNSERE FORDERUNGEN

  • Wir wollen die lehrreiche Zeit des Praktischen Jahres als Abschluss unserer medizinischen Grundausbildung und als Fundament für unsere spätere ärztliche Tätigkeit.
  • Wir wollen nicht als kostenlose Arbeitskräfte ausgenutzt, sondern wie ärztlicher Nachwuchs und zukünftige Kolleginnen und Kollegen behandelt werden.
  • Wir tragen eine große Verantwortung den Patientinnen und Patienten gegenüber und wollen eine entsprechende Wertschätzung erfahren.
  • Wir wollen im Praktischen Jahr unsere erlebten Fälle rekapitulieren und theoretisch aufarbeiten und brauchen zu diesem Zwecke den Studientag als festen Bestandteil einer Woche im Praktischen Jahr
  • Wir wollen uns voll und ganz unserem Studium widmen können, ohne dabei aus finanziellen Gründen gezwungen zu sein, aufgrund des hohen unbezahlten Arbeitsaufwandes in der Klinik in den Abendstunden und am Wochenende arbeiten zu gehen, anstatt lernen zu können. Deshalb fordern wir eine angemessene Vergütung des Praktischen Jahres mit dem Höchstsatz von 597 Euro!
  • Wir fordern das Dekanat auf, den Lehrkrankenhäusern zu ermöglichen den Höchstsatz von 597 Euro PJ-Vergütung zu gewähren.
  • Wir wollen in künftige Entscheidungen, die uns direkt betreffen, mit einbezogen und zeitnah informiert werden! 

 

 

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