MB-Umfrage: Massenhaft Überstunden ohne Bezahlung und Freizeitausgleich

Zunächst die gute Nachricht: In Hessen ergab die MB-Umfrage, dass sich signifikant häufiger als im übrigen Bundesgebiet Ärztinnen und Ärzte mit einer Wochenarbeitszeit unter 40 Stunden durchsetzen konnten, also mit einer familienfreundlicheren Gestaltung der Arbeitzeit. Die Zahlen selbst (8,6% in Hessen im Vergleich zu 6,4%) zeigen allerdings, dass es sich dabei wie im übrigen Bundesgebiet dennoch um eine sehr kleine Minderheit handelt. Entsprechend klein ist mit 5,2% auch die Gruppe derer, die nicht durch Überstunden belastet sind, auch wenn das in Hessen ein signifikant größerer Anteil ist als anderswo mit 3,6%.

Nur eine kleine Gruppe vom 27,4% (ohne signifikanten Unterschied zu den anderen Ländern) kommt dabei mit weniger als fünf Stunden davon. Mehr als ein Drittel (35,4%) muss sogar (ohne Bereitschaftsdienste!) zehn Überstunden und mehr pro Woche leisten. Eine vielleicht willkommene Quelle für zusätzliche Einkünfte, werden Sie jetzt möglicherweise vermuten. Wenn Sie aber lesen, dass nur 7.5% (signifikant weniger als im übrigen Bundesgebiet mit auch nur 10,2%) die Überstunden uneingeschränkt vergütet und 26% auch keinen Freizeitausgleich erhalten, dann entpuppt sich diese Situation als Ausbeutung pur!

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