Medizinstudium: Kein Zwangstertial Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr

Als Zwangstertial bezeichnet diese ‘Gemeinsame Resolution’ von 20 medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Organisationen in drastischer Formulierung das in der Ausschussberatung des Bundesrates vorgeschlagene Pflichttertial Allgemeinmedizin. Sie unterstützen wie der Marburger Bund damit ein Anliegen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

Mit dem Motto ‘Wahl statt Qual’ hatte der bvmd zu einer Aktion mit Petitionen an die zuständigen Ministerien der Bundesländer aufgerufen, die inzwischen nach 1.840 verschickten Postkarten erfolgreich abgeschlossen wurde. Das Motto verdeutlicht, dass Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner schlecht beraten waren, einen Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin im PJ zu fordern, wir es u. a. die Delegierten des MB Hessen bei der Diskussion ihres Antrags in der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) am 24. März 2012 erleben mussten. Besonders aus den Reihen der Listen “Die Hausärzte” und “ÄrztInnen Hessen” wurde Allgemeinmedizin als Pflichtfach im Praktischen Jahr (PJ) gefordert.

Dabei wurde auch nicht vor missverständlichen Formulierungen zurückgeschreckt: Ein Pflichttertial werde nicht mehr gefordert; der Antrag des MB sei überholt; nunmehr werde ein Pflichtquartal verlangt. Dabei wurde übersehen, dass ein Pflichttertial bei der vom Bundesrat veranlassten Ausschussberatung der Novelle der Approbationsordnung (AO) von Länderministerien verlangt worden war, ein Pflichtquartal aber lediglich außerparlamentarisch von Allgemeinmedizinern (Aerzteblatt.de berichtete hier).

Mit völligem Unverständnis reagierte die Delegierte Dr. Ingrid Hasselblatt-Diedrich (Liste “Hartmannbund Hessen”) auf die Einwände gegen den Antrag des MB Hessen: Im Hartmannbund sei es selbstverständlich, auf die Vertreter des ärztlichen Nachwuchses zu hören und sich deren einmütige Stellungnahme zu eigen zu machen.

Schließlich konnte der MB Hessen erfolgreich auch die LÄKH als zweite ärztliche Körperschaft des Öffentlichen Rechts ins Boot holen (wir berichteten hier und inzwischen auch LAeKH.de hier). Bereits am 17. März 2012 hatte sich die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hier gegen ‘Zwang im PJ’ ausgesprochen.

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