Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl

Am 6. Juni wurden die Wahlzettel der Ärztekammerwahl in Hessen ausgezählt. Der Marburger Bund kann einen Stimmenzuwachs von 26 Prozent vorweisen, was allerdings nur zwei Sitze  in der Delegiertenversammlung der Kammer mehr bedeutet, als bei der letzten Wahl (21 von 80 Sitzen). Die Liste der Fachärzte hat mit 3529 Stimmen zwar nur 15 Stimmen mehr als der MB, ist damit aber stärkste Fraktion (22 Sitze).

Rund 8000 Mitglieder waren Wahlberechtigt

Auf Grund der relevanten Steigerung müssten wir mit dem Ergebnis der Kammerwahl eigentlich zufrieden sein, in jeder Wahlsendung würde so etwas als großer Erfolg vermarktet. Jedoch hatte der MB Hessen bei etwa 8000 wahlberechtigten Mitgliedern auf mehr Stimmen gehofft.

Übertragen auf eine Landtagswahl wäre es so, als ob Parteimitglieder sich nicht an der Wahl beteiligen oder die eigene Partei nicht wählen würden. Ersteres wird wohl der Hauptgrund sein, die detaillierte Aufschlüsselung der Wahlbeteiligung nach Altersstruktur oder Tätigkeitsart steht noch aus.

MB ist erfolgreicher Tarifpartner

Natürlich sind die meisten unserer Mitglieder nicht im MB wegen der Kammerpolitik organisiert. Ganz im Vordergrund des Interesses stehen hier die Vertretung der angestellten Ärztinnen und Ärzte als Tarifpartner - und hier hat der MB große Erfolge gefeiert und setzt sich weiter mit ganzer Kraft für Verbesserungen beispielsweise der  Nachtdienstvergütung ein.

Was heißt nun das Wahlergebnis für die Arbeit des MB Hessen in der Ärztekammer? In den letzten fünf Jahren war der MB im Präsidium der Landesärztekammer Hessen nicht vertreten. Dies soll sich nun ändern. Wir hoffen, dass dieses Wahlergebnis von den Delegierten aller Gruppen als Chance gesehen wird, zurückliegenden Dissens abzuhaken und mit neuer Energie und an Sachthemen orientiert eine gute Kammerpolitik für alle Ärztinnen und Ärzte in Hessen zu realisieren.

Ende August wird das Präsidium gewählt

Dies gelänge sicher am ehesten durch eine angemessene Vertretung aller größeren Listen im Präsidium, entsprechend ihrer Sitze in der Delegiertenversammlung. Bis zum 31. August 2013 haben nun alle Listen Zeit, in gemeinsamen Gesprächen die Grundlage für eine Kammerpolitik zu legen, die sowohl für die niedergelassenen als auch für die angestellten Ärztinnen und Ärzte in Hessen nach bestmöglichen Lösungen sucht. Wir wissen, dass mit der Umstrukturierung der Musterweiterbildungsordnung viel Arbeit auf uns wartet, und deshalb hat der MB Hessen dies als Thema für die anstehende Klausurtagung im November gewählt.

Nach der Wahl ist also vor der Wahl, denn die Wahl des Präsidiums der Landesärztekammer Hessen steht noch aus. Die 21 Delegierten des MB Hessen werden sich mit ganzer Kraft für Ihre Interessen und eine angemessene Vertretung des MB im Präsidium einsetzten.

Zur Autorin: Dr. Susanne Johna MB-Spitzenkandidaten, Oberärztin für Innere Medizin in Wiesbaden und Gesundheitsökonomin.

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