Nahes Ziel der Ärzteflucht vor Hierarchie und Bürokratie in Krankenhäusern: Luxemburg

Ein Bericht eines nach Luxemburg (das gelobte Land für Ärzte) ausgewanderten Kollegen in der Online-Ausgabe der Aachener Nachrichten unterstreicht, wie berechtigt die Kritik des 1. Vorsitzenden des MB-Bundesverbandes Rudolf Henke an der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist: Statt gegen den sich dramatisch verschärfenden Ärztemangel nur nach einer Vermehrung der Studienplätze zu rufen, solle sie erst einmal vor ihrer eigenen Türe kehren!

Nicht ohne Grund klagt auch die DKG über eine ausufernde Bürokratie, die auf den Krankenhäusern lastet und nicht zuletzt der Kostenkontrolle durch die Krankenkassen geschuldet ist. Allerdings gibt es zahlreiche Beispiele, dass die Bürokratie nicht im derzeitigen Umfang auf die Ärzte abgewälzt werden muss. Zunehmende Stellenangebote, in denen Ärztinnen und Ärzten die Übernahme bürokratischer Lasten durch spezielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versprochen wird, demonstrieren, dass es auch anders geht und die wertvolle Ressource Arzt so nicht weiterhin zu einem wesentlichen Zeitanteil den Patienten vorenthalten werden muss.

Auch die Hierarchie in deutschen Krankenhäusern hätte schon längst in das Kollegialmodell umgestaltet werden können, das der MB schon vor mehr als drei Jahrzehnten vorgeschlagen hat.

Wenn die DKG sich dann bei ihren Mitgliedern für eine Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine attraktive Vergütung einsetzt, müsste es möglich sein, die aktuelle Flucht der ausgebeuteten und übermüdeten Ärztinnen und Ärzte ins Ausland abzubauen. Nach unseren Schätzungen geht den deutschen Krankenhäusern dadurch mind. ein Viertel jedes Jahrgangs verloren. Dazu kommen noch die vielen, die zwar im Land bleiben, unter den aktuellen Konditionen aber nicht bereit sind, in der kurativen Medizin zu arbeiten.

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