Neue Serie - Teil 1: FDP-Politiker René Rock zu Gast beim Marburger Bund Hessen

MB trifft sich mit den Fraktionen des Hessischen Landtags 

Der Marburger Bund Hessen hat sich mit den Fraktionen des hessischen Landtags getroffen, um über aktuelle gesundheitspolitische Themen wie Ärzte- und Pflegemangel, Sicherstellung der Trägervielfalt oder den neuen Bachelor–Abschluss an der Medizin-Uni in Kassel zu sprechen.

Bei dem Gespräch mit René Rock, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP sowie sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher, haben Dr. Ursula Stüwe, stellvertretende Landesverbandsvorsitzende, Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin und Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer des MB Hessen, über die Situation an den Kliniken in Hessen gesprochen. Vor allem wies der MB auf den vermehrten ökonomischen Druck, der auf Ärzte ausgeübt wird, hin.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Ärztemangel an hessischen Krankenhäusern: „Was wir brauchen, sind familienfreundliche Krankenhäusern: Ärzte müssen ihre Kinder gut versorgt wissen und die Arbeitszeiten müssen familienfreundlicher sein“, sagte Dr. Ursula Stüwe. René Rock geht davon aus, dass sich die Situation der Kita-Plätze verbessern wird, da mit dem Hessischen Kinderförderungsgesetz ab 2014 Betriebs-Kitas in die regionale Bedarfsplanung aufgenommen werden können.

Auch angesprochen wurde die Situation am Klinikum Offenbach: „Das ist eine Katastrophe. Hier sind unvorstellbare Schulden aufgelaufen“, sagte Rock. Zu einer möglichen Übernahme von Rhön sagte der FDP-Politiker: „Wir versuchen die Trägervielfalt im Auge zu haben, dennoch ist die Privatisierung der Kliniken für uns der Königsweg. Private Kliniken in Hessen haben gezeigt, dass Wirtschaftlichkeit und Qualität sich nicht ausschließen müssen. Mit der Krankenhausholding hat die Landesregierung ein Vorschlag gemacht, wie die in Schieflage geratenen kommunalen Kliniken erhalten werden können. Bei der Umsetzung muss gewährleistet sein, dass es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen in der Krankenhauslandschaft kommt.“  

Zum Thema Klinik-Überversorgung im Rhein-Main Gebiet, sagte der FDP-Politiker, dass es nicht Aufgabe der Politik sei, zu entscheiden, welches Krankenhaus geschlossen wird. Auch wolle er nicht zu einer Bettenplanung zurück. Rock sprach sich klar dafür aus, dass es aus Sicht der FDP eine Gewinnorientierung im Gesundheitsbereich geben soll, bei gleichzeitiger Beibehaltung der qualitativ-hochwertigen, wohnortnahen Versorgung. Johna betonte allerdings, dass die Patienten die Wahl haben sollten, wo und unter welchem Träger sie sich behandeln lassen und ob sie zu den Gewinnen von Aktionären beitragen wollen. Rock wies daraufhin, dass Wettbewerb eine Wahlfreiheit der Patienten nicht ausschließe.

In der nächsten Ausgabe:

Teil 2: Gespräch mit Kordula Schulz-Asche, Bündnis 90/ Die Grünen

Autor und Foto: Kerstin Mitternacht

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