Neues aus Caritas und Diakonie - Ungünstige Regelungen beachten

Caritas und Katharina-Kasper gGmbH

Nach einem sehr langen Weg richten sich die Arbeitsbedingungen und Entgelte der Ärztinnen und Ärzte seit dem 01.04.11 an allen hessischen katholischen Krankenhäusern nach den Regelungen des TV-Ärzte/VKA (Anlage 30 AVR Caritas). Dabei konnten Kliniken von einer sog. “Überforderungsklausel” Gebrauch machen und das Entgelt im ärztlichen Dienst um 1,5 Prozent kürzen. In Hessen haben hiervon die Kliniken der Katharina-Kasper gGmbH St. Marienkrankenhaus und St. Elisabethen-Krankenhaus Frankfurt/M. Gebrauch gemacht. Die Gehaltskürzung gilt voraussichtlich bis 1.04.2014.

Bei einem Wechsel zu einem Krankenhaus, das die AVR Caritas anwendet, ist zu beachten, dass der Krankengeldzuschuss nach Anlage 1 AVR Caritas nur max. bis zur 26. Woche gezahlt wird. PKV-Versicherte müssen ihr Krankentagegeld entsprechend anpassen. Vorsicht ist auch bei der Pauschalierung der Bezahlung von Rufbereitschaften und Bereitschaftsdiensten geboten, die nur kündbar sind, wenn dies schriftlich im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Als weitere Besonderheit können Leistungs-oder Erfolgsprämien bei Ärztinnen und Ärzten nur durch eine Dienstvereinbarung mit der Mitarbeitervertretung eingeführt werden. Auch ist die im TV-Ärzte/VKA gestrichene “Führung auf Zeit” in § 19 Anlage 30 AVR wieder aufgetaucht und gestattet Befristungen von vier bis zu zwölf Jahren. Von der Unterzeichnung derartiger Vertragsklauseln raten wir dringend ab!

Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck

Die Entgelte im Bereich des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck stagnierten seit 1.9.2009 und werden nun zum 1.02.2012 um 4,1 Prozent erhöht. Vorsicht bei einzelvertraglichen Vereinbarungen zur vertraglichen Abbedingung des Zusatzurlaubs im Bereitschaftsdienst (BD). Gegenüber dem Tarif VKA fehlt der Nachtzuschlag von 15 Prozent im BD, der für Zeiten zwischen 21h und 6h einen Zuschlag vorsieht, was je Dienst rd. 34 Euro zusätzlich bedeutet und bei fünf BD bereits zu einem monatlichen Verlust von rd. 170 Euro führt.

Diakonisches Werk in Hessen und Nassau

Das monatliche Entgelt nach der Kirchlich-Diakonischen Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) des Diakonischen Werkes in Hessen-Nassau (DWHN) liegt über dem Niveau des TV-Ärzte/VKA. Allerdings werden Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaften schlechter bezahlt, was nur durch Einzelvereinbarungen auszugleichen ist. Zudem versucht die Arbeitgeberseite, in die hierüber entscheidende Arbeitsrechtliche Kommission Änderungen der KDAVO einzubringen, die zu einer Halbierung des Zusatzurlaubs und Verschlechterungen bei der Überstundenregelung führen. Dem Marburger Bund wird nach wie vor die originäre Entsendung von Vertretern in die Arbeitsrechtliche Kommission des DWHN verweigert.

 

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