Kammerwahl 2013: Nur wer wählt, kann etwas verändern

Bei dem Thema Ärztekammer kocht immer wieder das Thema Beiträge hoch – auch jetzt kurz vor der Kammerwahl. Viele Ärztinnen und Ärzte fragen sich, wieso sie Zwangsmitglied sind und einen Beitrag zahlen müssen und was mit dem Geld passiert?

Dabei fällt Ärztinnen und Ärzten, die das Bundesland wechseln und nach Hessen kommen, immer wieder auf, dass die Summe der jährlichen Beiträge deutlich höher ist als in ihr er alten Kammer. Die Gründe dafür sind unter anderem die Ausbildungsschule für Medizinische Fachangestellte in Bad Nauheim und eine hohe Aufwandsentschädigung für die Delegierten.

Ein weiterer Punkt sind die Finanzen: Damit laufende Zahlungen sicher bezahlt werden können, sind Rücklagen zu bilden. Diese haben eine Größenordnung von fast 100 Prozent des Jahreshaushaltes erreicht. Diese hohen Rücklagen legen nahe, die Beiträge der Mitglieder zu senken, jedoch sind solche Anträge vonseiten des Marburger Bundes an der Mehrheit der Delegierten in der Kammer immer wieder gescheitert.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich als Arzt an der Kammerwahl zu beteiligen, weil die Delegiertenversammlung auch über die zu zahlenden Beiträge entscheidet und Ärztinnen und Ärzte nur durch eine aktive Teilnahme an der Wahl die Möglichkeit haben, etwas zu ändern. Sie haben es selbst in der Hand: Machen Sie Ihr Kreuz beim Marburger Bund, Liste 3.

Hintergrund: In der Gründungsphase der Bundesrepublik stand die Ärzteschaft und auch die Regierung vor der Frage: staatliche Einrichtung oder Selbstverwaltung? Nach langen Diskussionen wurden dann in Bad Nauheim die Grundsteine für eine Selbstverwaltung gelegt. Die staatliche „Kontrollaufsicht“ erfolgt durch die Sozialministerien der Länder. Eine eigene Verwaltung gibt es aber nicht zum Nulltarif.

Hier kommen die Kammerbeiträge ins Spiel. Das allgemein akzeptierte Prinzip in allen Kammern ist eine leistungsbezogene Beitragszahlung. Wie hoch diese ausfällt und was mit den Beiträgen gemacht wird, entscheidet die Delegiertenversammlung der Kammer. Und hier kommen wieder die Ärztinnen und Ärzte ins Spiel. Beteiligen Sie sich an der Wahl und entscheiden Sie so mit, was Sie zahlen und was mit Ihren Beiträgen gezahlt wird.

Autor: PD Dr. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender des MB

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