Paracelsus-Elena-Klinik Kassel: Bluten für den Arbeitgeber

Mit zwei Streikmaßnahmen haben  Ärztinnen und Ärzte der Paracelsus Elena-Klinik in Kassel ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verliehen. Unter dem Motto „Wir bluten für Paracelsus“ hat zunächst ein großer Teil der ärztlichen Beschäftigten die Arbeit für drei Stunden niedergelegt und in dieser Zeit an einer Blutspendenaktion teilgenommen. Eine Woche darauf folgte ein ganztägiger Streik. Die notwendige medizinische Versorgung war trotz des Ausstandes zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Arbeitsbelastung nimmt zu

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die für die Ärzte unbefriedigende Tarifsituation. Aktuell gilt an der neurologischen Fachklinik ein „Notlagentarifvertrag“, abgeschlossen durch die Gewerkschaft verdi, der die Vergütung im Vergleich zu den vorher bereits unterdurchschnittlichen Gehältern noch weiter gesenkt hat. So liegen die monatlichen Arztgehälter derzeit um bis zu 1.250 Euro niedriger als allgemein üblich. Stellen bleiben inzwischen unbesetzt. Die Arbeitsbelastung der verbleibenden Ärzte nimmt zu.

Seit mehreren Monaten verhandelt der Marburger Bund (MB) ergebnislos mit den Verantwortlichen von Paracelsus. Ziel der Verhandlungen ist -  insbesondere nach Ablauf des „Notlagentarifvertrags“ - die Anwendung eines Tarifvertrags, der das ärztliche Personal der Elena-Klinik nicht weiter deutlich schlechter stellt als Kollegen in anderen Kliniken.

Angebot von Paracelsus ist unzureichend

„Das zuletzt unterbreitete Angebot von Paracelsus war völlig unzureichend“, kritisiert MB- Verhandlungsführer Andreas Wagner. „Die Paracelsus-Elena-Klinik ist nach dem Klinikranking des Nachrichtenmagazins Focus eine der zehn besten neurologischen Fachkliniken Deutschlands. Diese Einstufung belegt die exzellente Qualität der dort erbrachten ärztlichen Leistungen. Dennoch soll die erstklassige medizinische Versorgung weiterhin nur mit drittklassiger Bezahlung vergütet werden, das geht auf Dauer nicht gut“. Über weitere Schritte müsse nun zunächst beraten werden, so MB Hessen Geschäftsführer Wagner. Man hoffe jedoch nach wie vor auf ein Entgegenkommen des Arbeitgebers und eine vernünftige Zukunftsperspektive für die Beschäftigten.

Ärzte der Paracelsus-Elena-Klinik Kassel fordern endlich einen Tarifvertrag. Foto: MB Hessen

Autor: mo
Foto: MB Hessen

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