Wie berechne ich mein Urlaubs- oder Krankenentgelt?

Berechnungsbeispiel für das variable Gehalt

Immer wieder erreichen den MB Hessen Anfragen, wie das Urlaubs- oder das Krankenentgelt zu berechnen ist. Hier eine Berechnung am Beispiel des Tarifvertrages für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern.

Das fortzuzahlende Entgelt besteht aus zwei Teilen: den sogenannten ständigen Entgeltbestandteilen und der unständigen Entgeltbestandteilen.

Ständige Entgeltbestandteile:

Ständige Entgeltbestandteile sind das Tabellenentgelt, Funktionszulagen, Wechselschicht- und Schichtzulage bei ständiger Schichtarbeit, Monatspauschalen z.B. für Dienste. Sie werden auch bei Urlaub oder Krankheit fortgezahlt.

Unständige Entgeltbestandteile 

Für den variablen Teil des Gehalts, die sogenannten unständigen Entgeltbestandteile, wird ein Durchschnittsbetrag auf der Basis der letzten drei vollen Monate, die dem Urlaub oder der Krankheit vorausgegangen sind, gezahlt. Dieser wird wie folgt ermittelt.

Erster Berechnungsschritt: Feststellung der unständigen Entgeltbestandteile

Die im Berechnungszeitraum angefallenen unständigen Entgeltbestandteile werden addiert. Hierunter fallen z. B. die Vergütung für Mehrarbeitsstunden bei Teilzeitkräften, im Dienstplan vorgesehene Überstunden, Rufbereitschafts- und Bereitschaftsdienste, sowie etwaiger Zeitzuschläge. 

Zweiter Berechnungsschritt: Bildung eines Tagesdurchschnitts

Bei der Berechnung des Tagesdurchschnitts in der Fünftagewoche ist der Faktor 1/65  [= 4,348 (=durchschnittliche Wochenzahl innerhalb eines Monatszeitraums) x 3 Monate x 5 Arbeitstage] aus der Summe der zu berücksichtigenden unständigen Entgeltbestandteile anzusetzen. Bei der Viertagewoche wäre der Faktor 1/52; bei einer Dreitagewoche entspräche der Faktor 1/39.

Berechnungsbeispiel:

Wenn ein Beschäftigter im August zehn Tage Urlaub hatte, werden für die Entgeltfortzahlung der unständigen Entgeltbestandteile die gezahlte Vergütung für die Monate Juli, Juni und Mai zugrunde gelegt. 

Hätte der Beschäftigte beispielsweise für die letzten drei Monate vor dem Urlaubsbeginn bzw. der Erkrankung für Dienste und geplante Überstunden insgesamt 2000 Euro als unständige Entgeltbestandteile erhalten, dann erhält er  – sofern er regelmäßig an fünf Tagen die Woche arbeitet  - 1/65 dieser Summe pro Urlaubstag. Dies entspricht bei zehn Tagen insgesamt 307,69 Euro. Besonderheiten bestehen, wenn im Berechnungszeitraum das Arbeitsverhältnis weniger als 3 Monate bestanden, oder sich die Anzahl der Arbeitstage verändert haben.

Autorin: Rechtsanwältin Alexandra Kretschmer ist stellv. Geschäftsführerin des MB Hessen.

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