Resolutionen des MB finden in Delegiertenversammlung große Zustimmung

Die Delegierten des Marburger Bundes haben auf der letzten Delegiertenversammlung der Landesärztekammer mehrere Resolutionen beantragt, die auf breite Zustimmung gestoßen sind.

Kein Stellenabbau an den Universitätskliniken Gießen-Marburg

Zum einen forderte die Delegiertenversammlung, dass es zu keinem weiteren Stellenabbau an den Universitätskliniken Gießen-Marburg (UKGM) kommt. In der Resolution des Marburger Bundes wurde das Land Hessen aufgefordert, den Protest der 43.000 Bürger ernst zu nehmen, welche eine Petition unterschrieben haben, die im September an Ministerin Eva Kühne-Hörmann übergeben wurde. In dieser Petition wenden sich die Bürger gegen einen weiteren Stellenabbau am Universitätsklinikum Gießen-Marburg.

Dennoch plant das UKGM einen weiteren Stellenabbau mit allein 60 Vollzeitstellen in  „patientennahen Bereichen“. Die verbleibenden Mitarbeiter sollen deren Arbeit mit übernehmen und gleichzeitig eine weitere „Produktivitätssteigerung“ schultern, die laut einer Studie von Mac Kinsey nötig sei.

Keine zusätzlichen Steuermittel für die Rhön-Kliniken AG

Des Weiteren fordert die Delegiertenversammlung auf Antrag der Marburger Bund-Liste keine zusätzlichen Steuermittel für die Rhön-Kliniken AG. Die Delegierten der Landesärztekammer Hessen nehmen verständnislos die Planung des Wissenschaftsministeriums zur Kenntnis, die Rhön-Klinikum AG als Betreiberin des Universitätsklinikums Gießen-Marburg mit bis zu 13 Millionen Euro jährlich zu subventionieren.

Obschon der Rhön Konzern bei der Übernahme des Universitätsklinikums vor sechs Jahren eine Verzichtserklärung für Investitionsmittel unterschrieben hat, soll jetzt der börsennotierte Klinikbetreiber mit Steuermitteln unterstützt werden. Dies steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass das Land Hessen die notwendigen Investitionen an kommunalen Kliniken über viele Jahre hinweg verzögert und damit zur wirtschaftlichen Schieflage und drohenden Insolvenz dieser Kliniken beigetragen hat.

Trägervielfalt der Krankenhäuser in Hessen sichern

In einer weiteren Resolution forderte die Delegiertenversammlung, die Trägervielfalt der Krankenhäuser in Hessen zu sichern. Im § 1 Abs.3 des hessischen Krankenhausgesetzes wird die angestrebte Trägervielfalt bei der Krankenhausversorgung der Bevölkerung explizit erwähnt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass für den Verkauf des Klinikums Offenbach als externer Bevollmächtigter der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Gießen, Professor Friedrich Grimminger und somit ein Angestellter der Rhön-Klinikum AG benannt wurde, halten wir es für wichtig, dass bei der Auswahl der Bewerber ein besonderes Augenmerk auf die Sicherstellung der Trägervielfalt in Hessen gelegt wird, heißt es in der Resolution.

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