Rudolf Henke in Frankfurt: Vortrag „Prävention – Chance oder Risiko?“

Am 21. Oktober 2015 fand im Rahmen der Gesprächsreihe „Bad Nauheimer Gespräche“ ein Vortrag zum Thema „Prävention – Chance oder Risiko?“ statt. Als Referent konnte ein ausgewiesener Experte zu diesem Thema gewonnen werden: Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, Mitglied des Bundestages und Präsident der Ärztekammer Nordrhein, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema und ist in der Bundesärztekammer seit 20 Jahren Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation".

In das Thema führte Dr. Ingrid Hasselblatt-Diedrich als Vorstandsmitglied des Fördervereins der Bad Nauheimer Gespräche ein. Sie machte auf die vielfältigen Aktivitäten der Landesärztekammer Hessen zum Thema aufmerksam, etwa auf das Alkohol-Präventionsprojekt „Hackedicht – besser geht´s dir ohne“.

Henke beleuchtete in seinem Vortrag das Thema Prävention von verschiedenen Seiten und erklärte dies an aktuellen Beispielen, etwa dem Masernausbruch Anfang des Jahres. Dieser habe gezeigt, dass der Spagat zwischen Freiwilligkeit und Verpflichtung schwierig sei. Hier liege auch ein mögliches Risiko des Präventionsgedanken der nicht zur Stigmatisierung bei Nichtbefolgung führen dürfe.

Henke betonte, das Gesundheitsprävention aus Verhaltensprävention (gesunder Ernährung und Bewegung) und Verhältnisprävention (dem sozialen Umfeld) bestehe.

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung gewinnen präventive Ansätze zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit auch älterer Arbeitnehmer zunehmend an Bedeutung. „Auch die betriebsmedizinische Versorgung müsste weiter ausgebaut werden, vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben“, sagte Henke in Frankfurt. Henke betonte weiter: „ Etwa 70.000 Stunden verbringt ein Mensch im Leben an seinem Arbeitsplatz und damit oft mehr Zeit als mit seiner Familie, da lohnt sich jede Anstrengung gesunde Arbeitsbedingungen zu gestalten“.

Abschließend bewertete Henke noch das Präventionsgesetz dessen Ziel es ist, Prävention in allen Lebenswelten zu verankern. Kritisch merkte er in diesem Zusammenhang das Fehlen der ärztlichen Selbstverwaltung in der Präventionskonferenz an, deren Ziel es sein müsse eine nationale Präventionsstrategie zu entwickeln.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine spannende Diskussionsrunde mit den Zuhörern zu den Themen Impfschutz, Diabetesprävention, gesunde Ernährung und zur Zunahme von psychischen Erkrankungen.

Von Dr. Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des MB Hessen

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