Uniklinikum Gießen: Schwarze Zahlen auf dem Rücken der Beschäftigten

Das war abzusehen, weil bereits vor der Privatisierung am Uniklinikum Marburg vorgeführt: Durch Arbeitsverdichtung lassen sich auf dem Rücken der Beschäftigten schwarze Zahlen erwirtschaften, wie wir 2005 bereits berichteten. Noch im Jahr 2006 konnte der Konzern Rhön-Klinikum AG den usprünglich prognostizierten Verlust von 7,5 Millionen Euro im verbundenen Universitätsklinikum Gießen-Marburg auf 6,8 Millionen Euro drücken.

Nun wird im Jahresergebnis 2007 hervorgehoben, dass inzwischen auch im Uniklinikum Gießen-Marburg ein Überschuss von 1,1 Millionen Euro erzielt werden konnte.

In der Sprache des Konzern liest sich das so: ‘Wir werden die steigenden Löhne und Gehälter zum einen durch Rationalisierungsmaßnahmen verkraften und setzen zum anderen auf die Refinanzierung durch Leistungsausweitungen.

In der Prognose für 2008 wird der ‘Startschuss für eine Fort- und Weiterbildungsoffensive für Ärzte im RHÖN-KLINIKUM Konzern‘ herausgestellt. Auf die Ergebnisse dieser sicher überfälligen Maßnahme dürfen wir gespannt sein, waren doch die in der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen am 24.03.07 präsentierten Konzepte des Konzern für eine Qualitätssicherung in der ärztlichen Weiterbildung alles andere als überzeugend, um es zurückhaltend zu formulieren.

Die Gewinnung und Bindung engagierter Ärzte sei ein zentraler Schlüssel für mehr Innovation und Wachstum im Konzern, betonte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Pföhler auf der Bilanzpressekonferenz am 24.04.08 in Frankfurt/Main. Da können wir ihn nur ermuntern, einen entsprechenden fördernden Einfluss auf die anstehenden Tarifverhandlungen zwischen dem MB Hessen und dem Land Hessen zu nehmen. Ohne eine leistungsgerechte Vergütung wird das auch am Universitätsklinikum Gießen-Marburg nicht möglich sein.

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