Schweden: Doppelter Stundenlohn für Nachtdienste

Doppelter Stundenlohn für Nachtdienste, das betont die nach Schweden ausgewanderte Kollegin Annette Bauer sei ein gravierender Unterschied zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland, wo nur ein Teil des Bereitschaftsdienstes vergütet wird. Es sei ihr bis heute nicht gelungen, ihren schwedischen Kollegen zu erklären, dass man für einen anstrengenden Nachtdienst so schlecht bezahlt wird.

Nachzulesen ist das in diesem Artikel “Diagnose: Mangelnde Wertschätzung” von Christian Heinrich, zu finden auch in der aktuellen Ausgabe der ZEIT Nr. 17 vom 22.04.10 S. 68 (CHANCEN).

Neben ihrer Auswanderung wird die des Kollegen Carsten Grimm nach Großbritannien beschrieben. In Deutschland sei das System war von vornherein so angelegt, dass sie nicht zu Mittag essen konnten und zwei Stunden länger arbeiten mussten, weil die Arbeit nicht anders zu bewältigen gewesen sei, berichten sie über zur Auswanderung motivierende Arbeitsbedingungen in Deutschland.

Die Behauptung im Untertitel “Doch bald dürfte sich das Auswandern nicht mehr lohnen” begründet der Autor mit Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, die in Deutschland in den vergangenen Jahren erzielt worden seien: Das Gehalt der Ärzte sei hierzulande um zweistellige Prozentbereiche gestiegen, die berüchtigten zehrenden 24-Stunden-Dienste seien vielerorts abgeschafft worden und die “Ausbildung” zum Facharzt, um die junge Mediziner vorher häufig kämpfen mussten, sei heute bei der Einstellung meist vertraglich garantiert.

Regelmäßige Leserinnen und Leser unseres Blogs wissen: Da ist der Autor Arbeitgeber-Lyrik pur aufgesessen. Auch wenn die vom Marburger Bund erzielten Verbesserungen manchen Fortschritt gebracht haben - die Realität sieht völlig anders aus. Deshalb ist unsere Prognose auch, dass die vom Autor zitierte Zunahme der Auswanderung deutscher Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2008 sich weiter fortsetzen wird.

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