Sitzung der RK Mitte des Caritasverbandes: Verzögerungstaktik gefährdet Existenz der Kliniken!

MB fordert zeitgleiche Übernahme des Caritas-Bundesbeschlusses

Köln/Frankfurt. Im Vorfeld der am 7. Dezember stattfindenden Sitzung der Regionalkommission Mitte (RK Mitte) des Deutschen Caritasverbandes fordert die Ärztegewerkschaft Marburger Bund die lange überfällige und vollständige Übernahme des Bundesbeschlusses der Deutschen Caritas, der eine Tariferhöhung analog des Tarifvertrages für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV Ärzte/VKA) von Mitte Januar vorsieht.

„Die betroffenen Krankenhäuser der Caritas in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland müssen endlich wieder Anschluss an das bundesweit geltende Tarifniveau finden“, erklären Prof. Dr. med. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP, und PD Dr. med. Andreas Scholz, Vorsitzender des MB-Landesverbandes Hessen.

„Während etwa die Caritas-Regionalkommissionen Nordrhein-Westfalen und Bayern die Ergebnisse der Vergütungsrunde für Ärzte vom Jahresanfang schon übernommen haben, blockieren die Dienstgeber in der RK Mitte eine faire tarifliche Entwicklung der Gehälter und fordern sogar noch Lohnsenkungen für ausgewählte Lohngruppen“, erinnern Prof. Dr. med. Ingo Flenker und PD Dr. med. Andreas Scholz. „Diese Sparpolitik ist unverantwortlich. Die Kliniken der Caritas in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland finanzieren sich genauso wie die Caritas-Kliniken in anderen Bundesländern!“

Der Marburger Bund fordert die zeitgleiche Übernahme der Caritas-Bundesbeschlüsse, damit die Kliniken ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zurückerhalten. Schon die bisherige Verzögerungstaktik der Arbeitgeber in der RK Mitte bedeutet eine erhebliche wirtschaftliche Schlechterstellung der Ärztinnen und Ärzte an den betroffenen rund 90 Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland.

“Dies schwächt letztlich diese Caritas-Krankenhäuser, denn in der Zeit des Ärztemangels wägen Ärztinnen und Ärzte sehr genau ab, wo sie eine marktgerechte Vergütung ihrer ärztlichen Leistung erhalten. Qualifiziertes Personal lässt sich schwer halten. Offene Arztstellen können mit unzeitgemäßen Gehältern kaum besetzt werden. So bedeutet eine offene Arztstelle für jedes Krankenhaus, dass die Erlöse für sechs bis acht nichtärztliche Stellen fehlen. Verzweifelt suchen Kliniken bereits Ärztinnen und Ärzte in Ländern wie Rumänien, Syrien, Griechenland oder Bulgarien.

„Wir fordern die RK Mitte vor ihrer Sitzung am Freitag auf, die unselige Verzögerungstaktik endlich zu beenden. Mit klaren Beschlüssen muss jetzt vielmehr die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der Caritas-Kliniken in den drei Bundesländern wiederhergestellt werden! Wenn die Dienstgeber jedoch den Blockadeweg fortsetzen sollten, gefährden sie damit bewusst die Existenz der Caritas-Kliniken“, warnen Prof. Dr. Ingo Flenker und PD Dr. med. Andreas Scholz.

Die RK Mitte tagt am 7. Dezember ab 10 Uhr im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23) in Frankfurt am Main. Die gut 90.000 Beschäftigten der Caritas in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland sind zu einem Protest vor Ort aufgerufen.

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