Starker Auftakt des VKA Streiks mit der Demo in München

Zahlreich kamen die streikenden Ärztinnen und Ärzte aus den Krankenhäusern der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) nach München. Da die Stadt den Demozug erst um 15h des Vortages genehmigt hatte, mit Nachwirkungen des am Wochende vorher stattgefundenen Kirchentages als Begründung, war es für viele Teilnehmer aus großen Entfernungen eine ziemliche Herausforderung, doch zu kommen. Aber es folgten gut 4.000 diesem Ruf.

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Schon beim Sammeln war die Masse vor der Kirche St. Paul bei der Theresienwiese so groß, dass es den Platz fast sprengte. Der Zug war so lang, dass es fast 10min dauerte, um vom Ende zum Anfang zu gelangen. Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bund Bundesverbandes betonte in seiner Rede, dass es wie bei Fußballmanschaften doch essenziell sei, dass Schlüsselspieler auf dem Feld sind. So werde im Krankenhaus die Teamleistung auch durch die Ärztinnen und Ärzte mitgeprägt. Es sei daher von der VKA unverantwortlich, im großen Maße Stellen unbesetzt zu lassen. Er forderte die VKA auf, sich an der Freien und Hansestadt Hamburg ein Beispiel zu nehmen. Deren Ärztinnen und Ärzte bräuchten nach einem guten Tarifabschluss nicht mehr mitstreiken.

 

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Für die zahlreichen hessischen Streikenden erklärte der Vorsitzende des MB Hessen, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Scholz, dass es im öffentlichen Dienst durchaus Beispiele von gut bezahlter Arbeit und Nachtdiensten gebe, man brauche sich nur den Tarifvertrag Fleischbeschau der kommunalen Arbeitgebern ansehen. Er birgt so manches Schmankerl wie 80 % Zuschlag bei Untersuchungen in Zeiten von 18h bis 07h. Er wies aber auch darauf hin, die Zeit des Streiks zu nutzen, um in Ruhe alle Überstunden zu dokumentieren und Ansprüche jetzt geltend zu machen. Ein sehr praktisches Hilfsmittel ist die kostenlose online Überstunden-Datenbank Debelias.de. Außerdem verwies er auf die Unterstützung des 113. Deutschen Ärztetages, der volle Solidarität mit den Streikenden Klinikärzten gezeigt hat.

Die Niedergelassenen, so schlug er vor, könnten mit einer ‘orangenen Hand Aktion‘ nochmals an die streikbedingten Engpässe hingewiesen werden, um Patienten vor unnötigen Wartezeiten bei Wahleingriffen zu bewahren.

 

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