Streik am kommunalen Krankenhaus - wie können Bürger vorbeugen?

Am 26. Januar 2012 wird an ca. 600 Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) ein Erzwingungsstreik beginnen. Ausgelöst hat ihn die VKA durch ein provozierend niedriges Angebot, für das nicht nur die finanzpolitische Vorgabe der Regierung als Begründung herhalten musste, sondern mit dem vor allem auch gegen das Elend übermäßiger Bereitschaftsdienste kein Entgegenkommen abzusehen war.

Diese Pressemitteilung vom deutschen Städtetag bekräftigt die Haltung der Arbeitgeber statt mit einem Signal der Kompromissbereitschaft auf die Forderung der übermüdeten und ausgebeuteten Ärztinnen und Ärzte einzugehen.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit der gewaltigen Distanz zwischen den kommunalen Finanzpolitikern und der sozialpolitischen Realität an den Krankenhäusern müssen sich die Patienten ernsthaft auf einen langen Streik einstellen.

Was das für Patienten bedeutet, fasst vor allem der zweite Teil dieses Artikels in Focus.de zusammen, in dem die Frage ‘Spielen die Ärzte mit der Gesundheit ihrer Patienten?‘ zu Recht verneint wird. Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen wird empfohlen, vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt frühzeitig mit der Krankenkasse die Genehmigung für die Einweisung in eine nicht bestreikte Klinik zu verhandeln. Wir empfehlen ergänzend, sich mit dem einweisenden Arzt zu beraten.

Die Bürger können einer Eskalation vorbeugen:

  • Setzen Sie sich aktiv für ihr kommunales Krankenhaus ein.
  • Wenden Sie sich an die Abgeordneten der kommunalen Parlamente und die Mandatsträger.
  • Fordern Sie Verhandlungen auf der Basis einer zukunftsfähigen Strategie, mit der qualifizierte Ärztinnen und Ärzte an Ihrem Krankenhaus gehalten werden können und die es auch für den Nachwuchs durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen attraktiv macht.
  • Sorgen Sie mit für einen Stopp der Ärzteflucht.
 

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