Tarifeinigung zwischen MB Hessen und Land Hessen

Tarifeinigung Uniklinika Hessen zwischen MB Hessen und Land Hessen mit Gültigkeit auch für die Stiftungsuniversität Frankfurt a.M. und Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim: Der Marburger Bund Hessen und das Land Hessen einigten sich am 19.6.2008 in Wiesbaden nach drei Verhandlungsrunden auf eine Erhöhung der Tabellenentgelte. Die Entgelttabelle war fristgerecht zum 30. April 2008 gekündigt. Nachdem sich die Verhandlungen zuspitzten und die Tarifkommission sich bereits mit Vorbereitungen zu Warnstreiks befasste, gelang es dem MB Hessen mit seinem Verhandlungsführer, dem stellvertretenden MB-Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Tarifpolitik Lutz Hammerschlag, gemeinsam mit dem Hessischen Innenminister Volker Bouffier als Verhandlungsführer des Landes Hessen einen Kompromiss zu finden.

Die Einkommen der beim Land beschäftigten tarifgebundenen Ärztinnen und Ärzte in der Universitätsklinik Gießen und Marburg und der Universitätsklinik Frankfurt steigen rückwirkend zum 1. Mai 2008 um durchschnittlich 3 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Monaten. Ab 1. März 2009 steigen die Gehälter um weitere durchschnittlich 4,1 Prozent.

Strukturelle Verbesserungen erreicht

Dabei konnte sich der MB Hessen mit seiner Forderung nach unterschiedlichen Entgelterhöhungen in einzelnen Entgeltgruppen und Stufen durchsetzen. So erhalten z.B. die Fachärzte in den Entgeltgruppen Ä3 eine durchschnittliche Erhöhung von 4,33 Prozent, in der Entgeltgruppe Ä4 von 5,14 Prozent! Auch die relevante Eingangsstufe der Oberärzte (Leiter eines Funktionsbereichs) in Ä 5 steigt um 4,82 Prozent. Die rückwirkende Auszahlung der Entgelterhöhungen wird voraussichtlich mit der Abrechnung für den Monat September 2008 erfolgen. Bereits zehn Monate später wird das Entgelt zum 1. März 2009 um weitere durchschnittlich 4,1 Prozent steigen. Dabei erhalten die Fachärztinnen und Fachärzte in den Entgeltgruppen Ä3 Stufe 3 und Ä4 Stufen 1-3 eine lineare Erhöhung um 5 Prozent, die Gehälter der restlichen Entgeltgruppen und Stufen werden um linear 3,8 Prozent erhöht, was den Durchschnittswert von rd. 4,1 Prozent ergibt. Die Entgelttabelle kann dann frühestens zum 31. Mai 2010 wieder gekündigt werden.

Hinweis für außerhessische Leser: In den Entgeltgruppen Ä1 und Ä2 befinden sich die Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung und in den Entgeltgruppen Ä3 und Ä4 die Fachärztinnen und Fachärzte, die Entgeltgruppe Ä5 ist vergleichbar Oberärzte und Ä6 sind die CA-Stellvertreter.

Erhöhung der kinderbezogenen Besitzstandszulagen und Vergleichsentgelte

Die kinderbezogene Besitzstandszulage erhöht sich ebenfalls im Ausmaß der Tariferhöhung. Etwaige noch gezahlte Vergleichsentgelte werden um die Hälfte des für die jeweilige Entgeltgruppe vereinbarten durchschnittlichen Prozentsatzes dynamisiert. Der Einsatzzuschlag im Rettungsdienst wird ebenfalls erhöht. Hierzu werden gesonderte Tabellen veröffentlicht.

Anschlusstarifvertrag Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und Stiftungsuniversität Frankfurt a.M.

Durch einen Anschlusstarifvertrag ist die Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim an diesen Abschluss gebunden, so dass sich auch dort die Entgelte erhöhen. Mit der nun seit 1. Januar 2008 selbständigen Stiftungsuniversität Johann Wolfgang Goethe-Universität wurde ebenfalls ein Anschlusstarifvertrag vereinbart, so dass die Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Frankfurt am Main ebenfalls tarifgebunden sind.

Die Tarifkommission der Uniklinika wird sich am 1. Juli 2008 treffen, um über das Verhandlungsergebnis zu beraten. Die Tarifeinigung steht noch unter Erklärungsvorbehalt bis zum 3. Juli 2008.

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