Tarifkompromiss für die hessischen Universitätskliniken - Marburger Bund erreicht Gehaltsverbesserung

Der Marburger Bund konnte sich am 23. April 2012 mit dem Land Hessen und der Stiftungsuniversität Frankfurt/M. auf einen Tarifkompromiss einigen, der eine spürbare Verbesserung der ärztlichen Gehälter an den hessischen Universitätskliniken beinhaltet. Im Einzelnen sieht die Einigung die folgenden Punkte vor:
  1. Erhöhung der Entgelttabelle

    Die Entgelttabelle erhöht sich in zwei Schritten um durchschnittlich ca. 4,5 Prozent

    Mit Wirkung vom 01. April 2012 wird die Entgelttabelle zunächst linear um 3 Prozent erhöht:

    StufeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
    Ä1 4.123,75 €  4.451,18 €      
    Ä2 4.882,82 €  5.014,41 €  5.319,72 €    
    Ä3 5.414,47 €  5.585,02 €  6.000,86 €     
    Ä4 6.000,86 €  6.330,39 €  6.494,62 € 6.605,16 €   
    Ä5 6.605,16 €  6.783,09 €  6.942,06 € 7.325,28 €  7.693,75 € 
    Ä6 7.693,75 €  7.910,62 €  8.235,93 € 8.561,24 €  8.886,54 €

    Mit Wirkung vom 01. Mai 2012 werden in der Tabelle dann über unterschiedliche Erhöhungen durch Festbeträge in den einzelnen Stufen der Entgelttabelle Strukturunterschiede zu den Tarifverträgen des Marburger Bundes an außerhessischen Universitätskliniken berücksichtigt:

    StufeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
    Ä1 4.145,75 €  4.473,18 €      
    Ä2 4.904,82 €  5.036,41 €  5.341,72 €    
    Ä3 5.441,47 €  5.612,02 €  6.032,86 €     
    Ä4 6.050,86 €  6.380,39 €  6.594,62 € 6.705,16 €   
    Ä5 6.705,16 €  6.883,09 €  7.092,06 € 7.475,28 €  7.893,75 € 
    Ä6 7.893,75 €  8.110,62 €  8.485,93 € 8.811,24 €  9.136,54 €

    Die Entgelttabelle hat eine Laufzeit bis 31. Mai 2013.

    Die Erhöhung der Entgelte wirkt sich zudem auf die kinderbezogenen Entgeltbestandteile und auf die Einsatzzulagen für den Einsatz im Rettungsdienst entsprechend aus.

  2. Die Nachtzuschläge bei Vollarbeit, Rufbereitschaft sowie bei Bereitschaftsdienst erhöhen sich mit Wirkung vom 01. Juni 2012 wie folgt um 20 Prozent:
     
    • Ä1 und Ä2: 3,60 € statt bisher 3,00 €
    • Ä3 und Ä4: 4,80 € statt bisher 4,00 €
    • Ä5 und Ä6: 6,00 € statt bisher 5,00 €

    Der in 2010 erstmals vereinbarte Kinderzuschlag für Nachtarbeit bleibt unverändert bei 1,00 Euro/h. Da dieser bei Ärztinnen und Ärzten, die Rufbereitschaft leisten, bislang kaum zum Tragen kam, ist vereinbart, dass dieser bei tatsächlichen Inanspruchnahmen in der Rufbereitschaft auf 3,00 Euro/h erhöht wird.

  3. Erörterungsvereinbarungen

    Nachdem der Marburger Bund das Land Hessen zu Verhandlungen über einen zahnarztspezifischen Tarifvertrag aufgefordert hat, wurde vereinbart, die Thematik zeitnah zu erörtern. Hintergrund ist der Umstand, dass die Zahnärztinnen und Zahnärzte an den hessischen Universitätskliniken bundesweit die einzigen sind, die keiner Tarifbindung mit dem Marburger Bund unterliegen und aus diesem Grund die Arbeitsbedingungen hinterherhinken.

    Im Hinblick auf das kürzlich ergangene Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Unwirksamkeit von Altersstaffelungen in Tarifverträgen ist vereinbart, dass die Tarifvertragsparteien nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsgründe zeitnah eine Urlaubsregelung erörtern.

Die Einigung steht noch unter Gremienvorbehalt bis zum 25.05.12!

Dieser Abschluss ist den zahlreichen (Beitrag zahlenden) Mitgliedern im Marburger Bund zu verdanken. Auch Nicht-Mitglieder profitieren in der Regel hiervon, obwohl sie ihre Interessenvertretung weder durch Stärkung noch durch Zahlung des Mitgliedsbeitrags unterstützen. Wenn wir Sie durch unsere Leistungen überzeugt haben, können Sie durch einen Klick Mitglied werden. Nur gemeinsam sind wir stark!

Unsere Mitglieder bitten wir: Werben Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen für eine Mitgliedschaft in Europas größtem Ärzteverband. Für die bei unserem bereits sehr hohen Organisationsgrad besonders schwierige Suche nach einem (Noch-)Nichtmiglied entschädigen wir sie mit für jedes geworbene Mitglied mit einer Prämie von 26 Euro.

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