RK Mitte des Deutschen Caritasverbandes: Tarifrunde 2012 gescheitert

Ärztegehälter sollen über ein Jahr schlechter gestellt werden! Dienstgeberseite setzt unverantwortlichen Sparkurs fort!

Frankfurt/Köln. Eine unfaire Verzögerungstaktik: Die Dienstgeberseite in der Regionalkommission Mitte (RK Mitte) des Deutschen Caritasverbandes blockiert auch kurz vor Weihnachten weiter eine adäquate Vergütung ihrer Mitarbeiter. „Das ist völlig unverständlich. Damit steuert die Dienstgeberseite einen leichtfertigen Sparkurs“, kritisiert Prof. Dr. med. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP, nach der ergebnislosen Sitzung der RK Mitte. „Die Dienstgeberseite in der RK Mitte riskiert mit dieser Taktik die wirtschaftliche Existenz der rund 90 katholischen Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, in Hessen und im Saarland“, warnt Prof. Flenker.

Tausende Ärztinnen und Ärzte in den betroffenen Krankenhäusern in den drei Bundesländern werden damit schon seit Anfang 2012 wirtschaftlich erheblich schlechter gestellt als ihre Kollegen an vergleichbaren katholischen Kliniken in NRW oder in Bayern oder jene an den bundesweit rund 800 kommunalen Krankenhäusern.

Die Dienstgeber verweigern ihren Mitarbeitern schlicht marktgerechte Gehälter. Dies kann fatale Konsequenzen haben: „Es darf niemanden wundern, wenn jetzt die Ärztinnen und Ärzte aus diesen Krankenhäusern abwandern und dorthin gehen, wo bessere Gehälter bezahlt werden“, erklärt Prof. Ingo Flenker. „Die Verantwortung für eine solche Arztflucht trägt die Dienstgeberseite.“

„Nach monatelangem Stillstand in der Vergütungsrunde der RK Mitte ist es mehr als fraglich, welchen Stellenwert die schon vor Monaten gefassten Beschlüsse der Caritas-Bundeskommission überhaupt noch haben?“ Diese hatte Mitte des Jahres entschieden, dass die Ärztinnen und Ärzte an katholischen Krankenhäusern rückwirkend vom Jahresanfang an eine Erhöhung ihrer Gehälter bekommen sollen, zeitgleich mit den Erhöhungen durch den Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken.

Gut 350 Mitarbeiter waren anlässlich der letzten Sitzung der RK Mitte in dieser Amtsperiode dem Aufruf zum Protest gefolgt und hatten am Verhandlungsort in Frankfurt lautstark für die vollständige Übernahme des Caritas-Tarifkompromisses der Bundeskommission demonstriert. Ihr Protest fand kein Gehör.

Die Dienstgeber äußerten vielmehr abstruse Vorstellungen: Sie wollen die Einkommen erst mit einjähriger Verzögerung ab Januar 2013 stufenweise steigern. Für 2012 boten sie eine geringfügige Einmalzahlung an, die nach Angaben der Dienstnehmerseite die Bezeichnung „Kompensation“ nicht annähernd verdient.

Darüber hinaus wollten die Dienstgeber mittels Prozessvereinbarung in Absenkungsverhandlungen bezüglich der unteren Lohngruppen einsteigen. Hier waren im Vorfeld schon Lohnabsenkungen von bis zu 16 Prozent gefordert worden. Für die Mitarbeiterseite waren diese Vorschläge unannehmbar. Die Vergütungsrunde der RK Mitte ist damit gescheitert.

Die Verhandlungen werden nun erst am 6. Februar 2013 mit Beginn der neuen Amtszeit der RK Mitte fortgesetzt. Dann läuft bereits die nächste Tarifrunde für Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern gut einen Monat. Der Abstand der ärztlichen Gehälter an katholischen Kliniken wird sich im neuen Jahr nochmals weiter vergrößern.

 Autor: Michael Helkamp, Pressesprecher MB-NRW

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