Tarifvertrag mit der Wicker-Gruppe abgeschlossen

Nach dem ersten rehaspezifischen Tarifabschluss für Ärztinnen und Ärzte in Hessen für die Wicker-Kliniken in Bad Homburg aus dem Jahr 2008 haben sich Vertreter von Marburger Bund und der Wicker-Gruppe am 13.01.2010 auf einen arztspezifischen Tarifvertrag für die Kliniken der Wicker-Gruppe geeinigt. Damit sind nahezu alle Kliniken der Gruppe jetzt in einer Tarifbindung - einschließlich der Kliniken in Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Für die Werner Wicker-Klinik in Bad Wildungen-Reinhardshausen und die Habichtswaldklinik in Kassel muss noch gesondert verhandelt werden. Der ‘Pionier’-TV mit der Wicker Klinik Bad Homburg bleibt weiter bestehen.

Für die Ärztinnen und Ärzte der Wicker-Gruppe tritt mit Wirkung zum 01.01.2010 der TV-Ärzte Wicker u. a. mit folgenden Inhalten in Kraft:

  • Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt weiterhin 38,5 Wochenstunden.
     
  • Die Entgelttabelle (orientiert an der des TV-Ärzte/VKA bezogen auf eine 38,5-Wochenstunde) liegt rund 2 % über VKA-Niveau. Tarifsteigerungen des TV-Ärzte/VKA werden grundsätzlich weitergegeben.
     
  • Hinsichtlich der Eingruppierung konnte für die Ärztinnen und Ärzte ohne Facharztbezeichnung in der Entgeltgruppe EG I (Arzt) eine zusätzliche Stufe 6 vereinbart werden, die deren langjährige Berufserfahrung besonders honoriert. In die EG II Facharzt werden auch Ärzte eingruppiert, die an einem funktionsärztlichen Hintergrunddienst teilnehmen. Die Oberarzteingruppierung EG III ist an die Übertragung der fachlichen Weisungsbefugnis gegenüber nachgeordneten Ärzten und / oder Bezeichnung im Arbeitsvertrag gebunden.
     
  • Die bestehenden betrieblichen Regelungen für monatliche Zahlungen für Zusatzbezeichnungen konnten erheblich erweitert und vor allem tariflich abgesichert werden. Für nachgewiesene Zusatzbezeichnungen und Zusatzweiterbildungen, die für die jeweilige Klinik relevant sind, werden monatliche Zulagen zwischen 106,00 und 210,00 € für bis zu drei Zulagen gezahlt. Diese Zulagen nehmen zudem ab 2010 automatisch an den allgemeinen Entgeltsteigerungen teil.
     
  • Der Überstundenzuschlag beträgt 25 % des individuellen Stundenentgelts. Für Nachtarbeit und Sonntagsarbeit wurden 50 % Zuschlag vereinbart.
     
  • Es konnten faire und transparente Rahmenbedingungen für auf betrieblicher Ebene umzusetzende Arbeitszeitkonten vereinbart werde. Insbesondere sind Stichtagsregelungen vorgegeben, an denen bestehende Konten ausgeglichen werden müssen.
     
  • Das Bereitschaftsdienstentgelt bemisst sich nach dem individuellen Stundenentgelt inklusive der Zulagen. Die Bewertung der Arbeitsleistung erfolgt vergleichbar TV-Ärzte/VKA in den Stufen I bis III.
     
  • Die Rufbereitschaftsvergütung wurde erstmals fest geregelt. Dabei wurde u. a. die so genannte “3-Stunden-Pauschale” analog BAT sowie Rundungsregelungen für telefonische Inanspruchnahmen vereinbart. Für Fahrten vom und zum Arbeitsort werden pro zurückgelegtem Kilometer mit dem privaten PKW im Rahmen der Rufbereitschaft 0,30 € Kilometerpauschale gezahlt.
     
  • Für den Erholungsurlaub gilt folgende Staffel:
     
    bis zum vollendeten 30. Lebensjahr    26 Arbeitstage,
    bis zum vollendeten 40. Lebensjahr 29 Arbeitstage,
    bis zum vollendeten 50. Lebensjahr 30 Arbeitstage
    und nach dem vollendeten    50. Lebensjahr 32 Arbeitstage.

    Evtl. günstigere betriebliche Regelungen bleiben unberührt.

  • Es besteht ein Anspruch auf Zusatzurlaub für Nachtarbeit entsprechend der Regelung in § 28 Abs.3 TV-Ärzte/VKA.
     
  • Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf Fortbildungsurlaub pro Kalenderjahr in folgendem Umfang:
     
    Assistenzärztinnen und -ärzte 5 Tage
    Fachärztinnen und -ärzte 8 Tage
    Oberärztinnen und – ärzte 10 Tage
    Leitende Oberärztinnen und –ärzte    10 Tage

 

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