Tausende Ärzte an katholischen Kliniken sollen 2012 quasi eine Nullrunde erleiden

Caritas Regionalkommission Mitte
Prof. Dr. Ingo Flenker: Fordern Sie ihren Bischof auf, den Beschluss nicht zu unterschreiben!

Köln/Frankfurt (mhe).Tausende Ärztinnen und Ärzte an den gut 90 katholischen Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, in Hessen und dem Saarland erleiden durch den am Mittwoch getroffenen Beschluss der Caritas Regionalkommission Mitte eine erhebliche finanzielle Benachteiligung. Die jüngste Tariferhöhung aus der kommunalen Tarifrunde wird nicht rückwirkend zum Jahresanfang 2012, sondern erst ab Beginn 2013 gezahlt. „Diese Einigung ist vollkommen inakzeptabel, denn die Ärzte an den katholischen Kliniken der drei Bundesländer erleiden für 2012 quasi eine Nullrunde", kritisiert Prof. Dr. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP.

Durch die verspätete Umsetzung der Tariferhöhungen aus der kommunalen Tarifrunde 2012 in der RK Mitte  verlieren Ärztinnen und Ärzte an den katholischen Kliniken der drei Bundesländer im Jahr 2012 je nach ihrer Gehaltsstufe und -gruppe mindestens 1000 Euro bis hin zu 2000 Euro Gehalt.

Dabei sind weitere finanzielle Auswirkungen der verspäteten Übernahme des VKA-Abschlusses noch nicht berücksichtigt, denn auch die Anfang 2012 neu eingeführten Stufen in den Entgeltgruppen I, III und IV sowie die Erhöhung der Vergütung für geleistete Bereitschaftsdienste erhöhen sich in den katholischen Kliniken nur verspätet. „Die Einmalzahlung für die vier letzten Monate im Jahr 2012 und die Sonderzahlung können diese Verluste nicht annähernd kompensieren", rügt Prof. Flenker.

„Es gibt keinen Grund, warum die Ärztinnen und Ärzte an katholischen Kliniken in Rheinland-Pfalz, in Hessen und dem Saarland im Jahr 2012 finanziell deutlich schlechter gestellt werden sollen als ihre Kollegen an den katholischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen", bemängelt Prof. Dr. med. Ingo Flenker. Die Regionalkommission NRW entschied schon Mitte vorigen Jahres, die VKA-Ergebnisse rückwirkend zum Anfang 2012 zu übernehmen.

Der auf eine Konsensfindung angewiesene „Dritte Weg" wurde von den Dienstgebern in der RK Mitte durch deren monatelange Blockade schlicht missbraucht, nur, um so letztlich bei den Ausgaben für Mitarbeiter Geld zu sparen", betont Prof. Dr. Ingo Flenker.

Massiv haben die Dienstgeber im Vorjahr versucht, die viel zitierte Dienstgemeinschaft zu spalten und die Gehälter der unteren Lohngruppen um bis zu 16 Prozent abzusenken. „Nun werden die Ärztegehälter zum Anfang 2013 nur um 2,9 Prozent erhöht, die Gehälter der übrigen Beschäftigten steigen jedoch um 6,41 Prozent."

„Unverständlich ist ferner, warum der Urlaubsanspruch für den Großteil der Mitarbeiter nun von 30 auf 29 Tage gesenkt wird." Das Bundesarbeitsgericht hatte zuvor die vorherige Altersstaffelung zum 30. und 40. Lebensjahr als altersdiskriminierend verboten. „Nun wird eine neue willkürliche, höhere Altersgrenze etabliert. Wer über 55 Jahre alt ist, bekommt ein Tag mehr Urlaub, als die jüngeren Mitarbeiter", erklärt Prof. Flenker.

Sein Fazit: „Wir fordern jede Ärztin und jeden Arzt an katholischen Kliniken in Rheinland-Pfalz, in Hessen und dem Saarland auf, sich unverzüglich schriftlich beim jeweils zuständigen Bischof zu beschweren und diesen aufzufordern, den Beschluss der RK Mitte nicht zu unterschreiben", appelliert Prof. Dr. Ingo Flenker.

 Autor: Michael Helkamp, Pressesprecher MB-NRW
 

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