3. Teil - SPD: Dr. Thomas Spies und MB diskutieren über aktuelle gesundheitspolitische Themen

Im dritten Teil unserer Serie trafen sich Dr Andreas Scholz, MB-Vorstandsvorsitzender, Dr. Ursula Stüwe, stellv. Vorstandsvorsitzende, Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin und Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen mit Dr. Thomas Spies, stellv. Vorsitzender und  Sozial- und Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Spies stellte gleich zu Anfang klar, dass sich die SPD für eine Bürgerversicherung ausspricht, denn es gebe keinen Grund für eine Private Krankenversicherung. „Außerdem hat die Kostendiskussion im Gesundheitsbereich zu einer ökonomisierten Steuerung geführt: Siehe die Klinik-Privatisierungen. Und zu einer unzureichender Planung im Krankenhausbereich, siehe Insolvente Klinik in Offenbach.“

Ein weiteres Gesprächsthema war der Ärztemangel.  Spieß: „Wir haben jetzt schon einen Ärztemangel in sozialen Brennpunkten und ein Mangel auf dem Land kommt auf uns zu.“ Spies sieht das Problem allerdings in der Verteilung der Ärzte und nicht in einem grundsätzlichen Mangel an Ärzten.

Auch das Thema Pflege wurde angeregt diskutiert: Der SPD-Politiker sprach sich für eine höhere Akademisierung der Pflege aus. „Damit wird die Pflege attraktiver und auch besser bezahlt“, sagte Spies. Außerdem solle die Pflege autonome Aufgabenbereiche bekommen. Dann müsse allerdings auch die juristische Verantwortung von den Ärzten auf die Pfleger übergehen, so Stüwe.

Denn eine Substitution gehe in die ärztlichen Aufgaben hinein, dass müsse dann auch den Patienten mitgeteilt werden. Spies argumentierte, dass es im hausärztlichen Bereich schon sehr gut funktioniere, warum also nicht auch in der Klinik?  „Hierbei muss man jedoch berücksichtigen, dass das Klageverhalten der Patienten zugenommen hat. Solange der Arzt für die Fehler der Pflege geradestehen muss, finden wir es nicht sinnvoll über Substitution ärztlicher Aufgaben zu sprechen“, sagte Johna.

Spies ist außerdem überzeugt, dass für Kliniken und Krankenhäuser verbindliche Personalanhaltszahlen, sowohl für die Pflege wie für Ärzte, vereinbart werden müssen. Auf die Frage, welche Sanktionen ausgeübt werden könnten, wenn diese nicht eingehalten werden, dachte Spies an stufenweise Sanktionen, die mit finanziellen Auflagen beginnen müssten.

Scholz sprach auch das Problem der überbordgehenden Dokumentation in vielen Kliniken an. Spies schlug vor: Zum einen müsste man einmal prüfen, was wirklich wichtig ist und zum anderen könnten Kliniken Verwaltungswirte einstellen, die einen großenteil der Dokumentation übernehmen könnten.

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Die Gesprächsteilnehmer in der MB-Geschäftsstelle (von links): Andreas Wagner, stellv. MB-Geschäftsführer, PD Dr. Andreas Scholz, MB-Vorstandsvorsitzender, Dr. Thomas Spieß, SPD, Dr. Ursula Stüwe, stellv. Vorstandsvorsitzende, Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin.

Autor und Foto: Kerstin Mitternacht

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