Teil 4: CDU - UKGM: Politik ist nicht unkritisch

Der Marburger Bund Hessen hat sich mit den Fraktionen des Hessischen Landtags getroffen, um über aktuelle gesundheitspolitische Themen zu sprechen. Im vierten und letzten Teil der Serie trafen sich PD Dr. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender, Dr. Ursula Stüwe, stellv. Landesverbandsvorsitzende, Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin, und Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer MB Hessen, mit Dr. Ralf-Norbert Bartelt, gesundheitspolitischer Sprecher der hessischen CDU.

Zum Thema Ärztemangel sagte Bartelt, dass es sich aus seiner Sicht nicht um einen Mangel, sondern eine Fehlverteilung handele. „Wir müssen Kliniken an unattraktiven Standorten für Ärzte wieder attraktiv machen.“ Johna entgegnete allerdings, dass junge Ärzte vom ökonomischen Druck in den Kliniken abgeschreckt seien: „Denn die Suche nach Ärzten betrifft mittlerweile auch große Häuser an attraktiven Standorten.“ Um junge Ärzte an die Klinik zu bekommen, müssten Kliniken Arbeitsplätze anbieten, die den veränderten Ansprüchen der Ärztinnen und Ärzte an Beruf und Familie entsprechen, so Bartelt.

Zum Thema Trägervielfalt sagte der CDU-Politiker: „Die Trägervielfalt soll in dem jetzigen Verhältnis erhalten bleiben.“ Jedes Krankenhaus muss jedoch in die schwarzen Zahlen kommen. Auch über das Thema Krankenhaus-Verbund wurde diskutiert. Vor allem die Frage, was mit den Schulden der kommunalen Häuser passieren soll. „Häuser mit hohen Schulden müssen viel in den Verbund einzahlen, Häuser mit einer guten Bilanz zahlen weniger ein“, erklärte Bartelt. „Dass Geschäftsführer ihre Verwaltung zugunsten eines Verbundes reduzieren und damit Macht abgeben, ist jedoch eher unwahrscheinlich“, so Scholz’ Einschätzung. „Außerdem haben viele kleine Kommunen Angst, in einer solchen Hessen-Holding unterzugehen. Besser sieht es da für regionale Verbünde aus“, ergänzte Wagner die Sicht des MB.

Zur Situation am UKGM sagte der CDU-Politiker: „Wenn wir damals nicht gehandelt hätten, dann gebe es einen der beiden Uniklinik-Standorte nicht mehr.“ Aber auch die Politik sei gegenüber den Trägern nicht unkritisch, so Bartelt. Ob eine Rückkehr zum Land denkbar ist? „Vorstellbar ist vieles, jedoch ist das zurzeit finanziell nicht darstellbar“, so Bartelt.

 

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Der MB Hessen in Wiesbaden (v.l .): Dr. Ursula Stüwe, stellv. Landesverbandsvorsitzende, Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer MB Hessen, Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin, Dr. Ralf-Norbert Bartelt , CDU und PD Dr. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender.

Text und Foto: Kerstin Mitternacht
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