Teilstudienplätze: Hessischer Landtag beantwortet „Kleine Anfrage“

Auf eine „Kleine Anfrage“ der Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer (SPD) zur Situation der Teilstudienplätze Medizin in Hessen hat das Ministerium für Wissenschaft und Kunst geantwortet.

Hintergrund der Anfrage war, dass im März einige Studierende in Frankfurt, die einen Teilstudienplatz für die Vorklinik innehatten, exmatrikuliert wurden, da im klinischen Abschnitt nicht genügend Studienplätze zur Verfügung standen. Im klinischen Abschnitt wird die Zahl der Studierenden nach den Bettenzahlen der Lehrkrankenhäuser berechnet und im vorklinischen Abschnitt, bis zum Physikum, u. a. nach der personellen Ausstattung. Sind dort die Kapazitäten nicht voll ausgeschöpft, gibt es die Möglichkeit, einen Studienplatz einzuklagen, zugesprochen wird aber in den meisten Fällen nur ein Teilstudienplatz.

Das Ministerium verweist in seiner Antwort auf die aktuelle Rechtslage und darauf, dass den Studenten, die ein Teilstudienplatz eingeklagt hätten, bekannt sei, dass sie keine Garantie auf ein Weiterstudium nach dem Physikum haben.

Laut Angaben des Ministeriums seien zum Ende des Wintersemester 2014/15 in Frankfurt 16 Studenten exmatrikuliert worden, in  Marburg 17 und in Gießen keiner.

Die klinische Ausbildungskapazität sei mehr als erschöpft. Dies habe auch das Verwaltungsgericht Frankfurt am 5. Januar 2015 bestätigt, heißt es weiter in der Antwort des Ministeriums.  Grund seien besseres Abschneiden der Studierenden und gestiegene Zulassungszahlen und auch das erfolgreiche Klagen der Studenten auf einen Studienplatz. 

In Marburg werde allerdings versucht, über Kooperationen die Kapazitäten für den Bereich der klinischen Ausbildung zu erweitern, um den Studierenden die Fortsetzung ihres Studiums zu ermöglichen. Die Philipps-Universität hat 2014 eine Kooperation mit dem Klinikum Fulda begonnen.

Hessen leiste mit seinen drei Universitätsstandorten in Frankfurt, Gießen und Marburg bereits einen nachhaltigen Beitrag zur Ausbildung und Nachwuchsförderung. Darüber hinaus wurde eine  gemeinsame Arbeitsgruppe der Gesundheitsministerkonferenz, der Kultusministerkonferenz sowie der Arbeits- und Sozialministerkonferenz zur Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen eingerichtet. Gegenstand der Bearbeitung ist dabei auch die Frage der erforderlichen Anzahl an Medizinstudienplätzen, so das Ministerium.

„Es müsste sich grundlegend etwas an der Vergabe der Studienplätze ändern. Es kann nicht sein, dass trotz Ärztemangel, Studenten mit bestandenem Physikum am Weiterstudium gehindert werden“, sagte PD Dr. Andreas Scholz, stellv. Landesverbandsvorsitzender MB Hessen, bereits im März, als sich der MB mit den Frankfurter Studierenden mit Teilstudienplatz, die von einer Exmatrikulation betroffen waren, getroffen hat.

Info: Die vollständige Antwort des Ministeriums finden Sie unter hier (PDF) >>>

Autor: mn

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