Teilstudienplätze: Nach dem Physikum ist erst einmal Schluss

Der Marburger Bund Hessen hat sich mit Studenten der Uni Frankfurt getroffen, um über die Problematik der Teilstudienplätze zu sprechen. Die Studenten haben alle nur einen Teilstudienplatz erhalten, was bedeutet, dass Sie einen Studienplatz bis zum Physikum haben und danach exmatrikuliert werden. 

Allerdings war es bisher an der Uni Frankfurt so, dass alle Studenten mit Teilstudienplatz ohne Probleme auch einen Vollstudienplatz erhalten haben und nach bestandenem Physikum weiterstudieren konnten, da der Dekan großzügig mit diesem Thema umging. „Wir haben uns keine Sorgen gemacht, da es immer hieß, das wird schon klappen“, sagt Lucia Benzinger, Medizinstudentin mit Teilstudienplatz an der Uni Frankfurt.

Informationspolitik war katastrophal

Dies wird jedoch jetzt mit einem neuen Dekan anders gehandhabt, sodass 11 Studenten derzeit nicht wissen ob und  wie es mit ihrem Studium weitergehen wird, da sie ab April exmatrikuliert sind. Alle bewerben sich schon seit zwei Semestern an etwa 25 Universitäten – bisher allerdings ohne Erfolg.

„Die Informationspolitik an der Uni war eine Katastrophe. Niemand hat sich für uns zuständig gefühlt und uns mit unserem Anliegen hin und her geschoben“, berichtet Benzinger. „Die Situation ist für uns äußerst unbefriedigend.“

Hintergrund zu Teilstudienplätzen

Bewerber auf einen Studienplatz Medizin, die nicht den NC erfüllen, können sich an Universitäten auf einen Studienplatz einklagen, haben dann allerdings nur Anspruch auf einen sogenannten Teilstudienplatz für den vorklinischen Abschnitt. Nach dem Physikum ist der Weitergang des Studiums erst einmal offen, da im klinischen Abschnitt die Studenten nach den Bettenzahlen der Lehrkrankenhäuser berechnet werden.

Trotz Physikum zählt Abinote

Gibt es mehr Studenten als Betten, haben die Inhaber eines Teilstudienplatzes keine Chance, an der Uni weiter zu studieren, sie können sich aber an anderen Universitäten bewerben. Bewerbungskriterium ist hier allerdings teilweise wieder die Abiturnote, trotz hervorragendem Physikum.

Die Problematik gibt es nicht nur an der Uni Frankfurt, sondern ist auch aus Marburg und Göttingen bekannt.

Studienplatzvergabe muss sich ändern

„Es müsste sich grundlegend etwas an der Vergabe der Studienplätze ändern. Es kann nicht sein, dass trotz Ärztemangel, Studenten mit bestandenem Physikum am Weiterstudium gehindert werden“, sagt PD Dr. Andreas Scholz, stellv. Landesverbandsvorsitzender MB Hessen

tl_files/mbhessen/bilder/Fotos2015/TeilstudienplaetzewebFoto.jpg
Die Studenten beim Treffen mit Vorstandsmitgliedern  in der MB Geschäftsstelle in Frankfurt.

Text und Foto (mn)

Zurück