Uni Frankfurt: Studierende Mütter willkommen

Das Medizinstudium ist ohne Frage anspruchsvoll. Mutter sein ebenso. Wie nun lässt sich beides kombinieren? Eines gleich vorweggenommen: Es lässt sich kombinieren!

Ob gewollt oder nicht gewollt, ein Kind verändert das Leben seiner Mutter. Das muss aber nicht zwangsweise heißen, man kann sein Studium nicht mehr fortsetzen. Es sind zwar einige neue Wege zu begehen, aber zumindest in Frankfurt/M. muss man diese seit Ende 2009 nicht mehr alleine gehen. Die individuelle Studienbegleitung des Fachbereichs Medizin bietet ein umfangreiches Angebot für studierende Mütter, um die vielen Hürden des Medizinstudiums zu überwinden.

Von Sprechstunden über Lernoptimierung und Zeitmanagement bis hin zu finanzieller Unterstützung bei der Kinderbetreuung während der Prüfungszeiträume. Das Angebot ist breit gefächert und bietet für jedes Problem eine individuelle Lösung. Natürlich ist das Korsett der Approbationsordnung eng geschnürt und auch Mütter müssen sich dieses Korsett anziehen, aber dank der individuellen Studienbegleitung lässt sich die eine oder andere elastische Faser einweben, sodass es auch für junge Mütter passt. Alleine in Frankfurt gibt es derzeit ca. 100 junge Mütter, die sich dieser Herausforderung stellen.

Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Land Hessen. Neben dem Schwerpunkt der Studienbegleitung für Mütter bietet das Programm seine Unterstützung auch jedem anderen Studenten an, der durch Hochleistungssport, Behinderung, chronische Erkrankung, Berufstätigkeit oder großes kulturelles sowie soziales Engagement Probleme mit der Studienorganisation bekommt.

Unterstützung erhält das Programm auch vom MB Hessen, der diese Initiative sehr befürwortet. Der Marburger Bund Bundesverband selbst kämpft mit seiner Kampagne Für ein familienfreundliches Krankenhaus ebenfalls für die Vereinbarung von Beruf und Familie. Familienfreundlichkeit muss im Studium anfangen und im Beruf enden. Anders werden die Probleme der Zukunft nicht zu lösen sein, vor allem vor dem Hintergrund der Verweiblichung der Medizin. Deswegen ist der Frankfurter Weg ein sehr guter Anfang, der in Zukunft noch ausgebaut werden sollte.

Von Jan Bauer, Vorsitzender des Sprecherrates der Medizinstudierenden im Marburger Bund

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