Unikliniken: Mehr Leistung auf dem Rücken des Personals

Diese Pressemitteilung des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) setzt den Schwerpunkt auf die Frage 'Ist die Existenz der Hochschulmedizin in Deutschland bedroht?' und argumentiert mit einer zunehmenden 'Schere' zwischen rückläufiger Finanzierung durch die öffentliche Hand und Leistungsausweitung sowohl in der stationären wie ambulanten Krankenversorgung.

Die Diagramme in dieser Präsentation der VUD-Trendabfrage aus dem Frühjahr 2011 verstehen Sie wahrscheinlich besser, wenn Sie die dazu gestellten Fragen und Antworten gelesen haben.

Wir halten für bemerkenswert, dass bereits mit dritter Priorität ein Fachkräftemangel beklagt worden ist. Das deckt sich mit Berichten unserer Mitglieder: Ohne adäquate Vermehrung der 'Vollzeitkräfte', sogar mit immer mehr Vakanzen belastet, müssen immer mehr Leistungen erbracht werden. Massive Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, unbezahlte Überstunden und Forschung in der Freizeit sind die unabwendbare Folge: Ausbeutung pur.

Aus Hessen hat sich nur das Uniklinikum Frankfurt/M. beteiligt. Vom privatisierten VUD-Mitglied Uniklinikum Gießen-Marburg liegen ohne Begründung keine Zahlen vor. Wir wissen aber von den Berichten des Trägers Rhön-Klinikum AG, dass auch hier eine vergleichbare Steigerung der Leistungen erfolgt ist, und von unseren Mitgliedern, auf wessen Rücken sie erbracht werden.

Eine mehrerer Antworten auf die vom VUD gestellte Frage: Die Uniklinika sollten rasch und entschieden die Ausbeutung zurückfahren, sonst wird der Fachkräftemangel drastisch zunehmen und auch Leistungen quantitativ wie qualitativ einschränken.

Dazu gehört auch, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), verantwortlich für die Vergütung der meisten außerhessischen Uniklinika, in den laufenden Tarifverhandlungen endlich ein annehmbares Angebot vorlegt und nicht weiter den Unwillen der angestellten Ärztinnen und Ärzte schürt. Der aktuelle TV Ärzte Hessen vom 6.07.10 eignet sich durchaus als Vorlage.

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