VKA Häuser aufgepasst!

Am 18. Dezember sind die Tarifforderungen des Marburger Bundes an die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) versandt worden. Vorausgegangen war die fristgerechte Kündigung der Entgelttabelle, also den Werten in der Tabelle, da die anderen Tarifbestandteile eine längere Laufzeit haben.

Anstelle einer simplen linearen Anhebung wurden unterschiedliche Werte für die verschiedenen Stufen und Gruppen gefordert, um speziell die Besonderheiten und Probleme zu berücksichtigen, die sich durch den Übergang aus dem BAT / TVÖD ergeben haben. Im Mittel, also rein arithmetisch gerechnet, beträgt die Forderung 10,19%. Die VKA ist nun aufgefordert, hierüber mit dem Marburger Bund in Tarifgespräche zu kommen. Es sei in diesem Rahmen nochmals daran erinnert, dass etliche Arbeitgeber mit allen Mitteln versucht haben (und es teils immer noch tun), sich vor der Umsetzung und der Bezahlung spezieller Merkmale des gültigen Arzttarifvertrages drücken - wir haben hierüber regelmäßig und ausführlich auf diesen Webseiten berichtet müssen. Fakt ist auch, dass die Politiker der Parteien, die in der Regel für kommunale Krankenhäuser verantwortlich sind, sich selbst im Bundestag eine 9,4%ige Erhöhung der Diäten gegönnt haben. Eine Inflationsrate von über 3% führt jedem Arbeitnehmer deutlich vor Augen, wieviel weniger er mit gleichem Gehalt kaufen kann. Über die Besonderheiten, denen der geforderte “mobile” Arbeitnehmer ausgesetzt ist und derer, die gar Kinder ernähren, kann sich jeder selber an Tankstelle und Kasse ein Bild machen.

Die Politik hat selber auch beschlossen, die Milliardeneinahmen aus der Tabaksteuer nicht mehr in das Gesundheitswesen zu investieren, so dass für alle in den Krankenhäusern eine problemlose Chance verpasst wird. Hier bleibt die Frage, welchen Stellenwert die Gesundheit der Bürger den Politikern in Wirklichkeit wert ist.

Fakt ist auch, dass es einen Überleitungstarifvertrag gibt (wie im TVÖD auch), der sicher stellt, dass die Ärzte, die unter BAT (u.a. wegen der Orts- und Kinderzulagen und anderer Bezüge) mehr verdient hatten, als sie dies nach der neuen Tabelle erhielten, das gleich hohe Entgelt wie früher bekommen und nicht im Gehalt gekürzt werden; ein Tarifvertrag, den auch die VKA unterschrieben hat, mit dem Wissen, dass Ärzte also unter bestimmten Bedingungen nicht mehr verdienen als nach dem BAT.

Wenn allerdings in Pressemeldungen behauptet wurde, die Umstellung auf den Ärztetarifvertrag in den Kliniken habe Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro verursacht, dann wäre dies bei ca. 55.000 Ärzten in den kommunalen Häusern im Schnitt 27.272,72 € pro Arzt!!! Sollten Sie diesen Betrag in diesem Jahr noch nicht von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben, melden Sie sich doch bei der Verwaltung, dass man Sie wohl in diesem Jahr übersehen habe…

Also anstelle dessen, dass die Krankenhäuser in jedem wöchentlichen Heft des Deutschen Ärzteblatts fast 100 Seiten Stellenanzeigen bezahlen, wie wäre es mit einem Investment dieser Gelder in die Entgelttabelle?

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