Veranstaltung: MB informiert ausländische Ärzte

Immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte kommen nach Deutschland. Für  diese Ärzte ist es nicht immer einfach sich im deutschen Gesundheitssystem zurechtzufinden. Das fängt mit der Sprache an, die es zu lernen gilt, wenn sie hier arbeiten möchten und geht mit der Anerkennung der Approbation, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist und den Arbeitsverträgen in Krankenhäusern weiter.

„Oft bekommen ausländische Ärzte schlechtere Arbeitsverträge als deutsche Ärzte“, sagt Rechtsanwalt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen auf der Veranstaltung für ausländische Ärztinnen und Ärzte an der Uniklinik Frankfurt. „Dagegen geht der Marburger Bund entschieden vor. Wir müssen aber auch Kenntnis von solchen Verträgen haben, was nicht immer der Fall ist.“ 

Auf der Veranstaltung haben die Teilnehmer verschiedene Informationen an die Hand bekommen. Rechtsanwältin Dr. Frederike Gärtner erklärte etwa, was in einem Arbeitsvertrag stehen sollte: „In einem  Arbeitsvertrag werden nicht nur Art und Umfang der Tätigkeit sowie die Höhe des Gehalts vereinbart, sondern auch aus die sonstigen Arbeitsbedingungen, wie Arbeitszeit, Urlaub und Kündigungsfristen.“ Zudem  wurden die Themen Vorstellungsgespräch, Eingruppierung in eine Gehaltsstufe oder Kündigung angesprochen.

Ruth Wichmann vom Auslandsreferat des Bundesverbandes in Berlin berichtete von ihren Erfahrungen: „Die Anfragen von ausländischen Ärzten haben zugenommen.“ Sie klärte über die Anerkennung der ausländischen Arztdiplome, die Kenntnisprüfungen und wo die Unterschiede bei EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern liegen auf.

Bei der Gleichwertigkeitsprüfung werden zum Beispiel die eingereichten Unterlagen mit der deutschen Ausbildung verglichen. Berufserfahrungen können bei festgestellten Ungleichheiten einen Ausgleich schaffen. Danach wird entschieden, ob das Diplom anerkannt wird oder ob noch eine Kenntnisprüfung stattfindet, erklärt Wichmann. „Ärzte sollten daher möglichst umfangreiche Unterlagen abgeben“, gab Wichmann als Tipp mit.

Dr. Lars Bodammer, 2. stellv. Vorsitzender des MB Hessen, hielt einen Vortrag zum Thema Weiterbildung zum Facharzt.

Als letzter Punkt wurde das Thema Haftung aufgegriffen: Was ist zu beachten, wenn Ärzte Fehler machen? Referent Patrick Weidinger von der Deutschen Ärzteversicherung klärte die Teilnehmer über Haftungsfragen auf und in welchen Bereichen sie sich versichern müssen. Ausführlich wurde auf das Aufklärungsgespräch als Voraussetzung einer wirksamen Patienteneinwilligung eingegangen.

Auch die Frage, was im Schadenfall zu tun ist, wurde erklärt: „Fristen sind zu beachten, dem Versicherer ist der Fall anzuzeigen, der Arbeitgeber ist zu informieren, und wenn ein Strafverfahren eingeleitet wurde, sollte ein Anwalt hinzugezogen werden“, sagt Weidinger.

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