Veranstaltung Vdek: Qualitätsorientierung im Krankenhaus

Qualitätsorientierung und –messung im Krankenhaus wird derzeit viel diskutiert. Auch auf der Veranstaltung des vdek „Quo vadis, Krankenhausversorgung“ in Frankfurt standen unter anderem die Qualität und deren Ermittlung im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionsrunde.

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel, der als Vertretung für Sozialminister Stefan Grüttner (beide CDU) kam, sieht Hessen bei der stationären Versorgungsqualität auf einem guten Weg. Ein Ziel des Ministeriums sei es, die Gesundheitskonferenzen zu sektorenübergreifenden Versorgungskonferenzen umzugestalten, so Dippel auf der Veranstaltung.

Mehr Kooperation unter Kliniken

Der Staatssekretär ist außerdem für mehr Kooperationen unter den Krankenhäusern: 50 Prozent der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen, daher werden einzelne Häuser nicht mehr alleine bestehen können, so Dippel. Er warb für ein abgestimmtes Leistungsangebot und eine gemeinsame Geschäftsleitung.  Das Konzept zum „Erhalt der Kliniken in kommunaler Trägerschaft“ habe zum Ziel, Kosten zu sparen und sich untereinander abzustimmen.

Dr. Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES-Institut in Berlin, stellte die neueste Studie des IGES „Konsequenzen aus der Qualitätsmessung im Krankenhaus“ vor und die daraus hervorgehenden Vorschläge zur Qualitätssteuerung. Die Vorschläge sind:

  • Festlegung von Mindeststandards,
  • Prüfung und Leistungsausschuss: Krankenhäuser, die unter dem Mindeststandard liegen haben zwei Jahre Zeit diesen zu erreichen, sonst kommt es zu einem Leistungsausschluss,
  • Selektivverträge für Kliniken mit sehr guter Qualität.

Qualitätsaspekte in die Krankenhausplanung mit aufnehmen

Die Ersatzkassen fordern, dass Qualitätsaspekte in die Krankenhausplanung mit einbezogen werden. Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, äußerte sich außerdem zum Thema Mengenentwicklung, dass zu viel operiert werde und dass bei der Krankenhausplanung bundesweite Planungskriterien helfen würden.

Auch die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG)  stellte auf der Veranstaltung ihr Konzept zur Qualitätsorientierung im Krankenhaus vor. Der Zehn-Punkte-Plan sieht unter anderem vor:

  1. Qualität muss sektorenübergreifend angeschaut werden
  2. Register wie z.B. Endoprothesenregister müssen weiterentwickelt werden – verpflichtende Teilnahme
  3. Externe Auditverfahren als Instrument der Qualitätsverbesserung
  4. Strukturqualität – Kontrolle durch unabhängige Institute
  5. Evaluation und Versorgungsforschung stärker mit einbeziehen
  6. Zweitmeinungsverfahren den Patienten vor allen Elektivoperationen verstärkt anbieten
  7. Qualität als Kriterium für Entscheidung bei der Krankenhausplanung
  8. Regelmäßige Patientenbefragungen, die über die bisherigen inhaltlich deutlich hinausgehend
  9. Mindestmengen dort, wo ein angemessener Nachweis des Zusammenhangs zwischen Leistung und Behandlungsqualität besteht
  10. Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit, wie Checklisten, Fehlermeldesysteme oder Patientenidentifikationssysteme

Dieter Bartsch, Präsident der HKG, stellte jedoch auch kritisch fest, dass mit einer Qualitätsliste  risikoreiche Patienten nur noch schwer eine passende Klinik finden würden. Dieser Einschätzung schloss sich auch Dr. Jörg van Essen, MDK Hessen, deutlich an.

In der folgenden Diskussion wurde unter anderem betont, dass Ärzte mehr in den Prozess involviert und bei der Qualitätssicherung hinzugezogen werden müssten.

Bei der Festlegung von Qualitätskriterien hieß es: Es müssten gerichtsfeste Qualitätskriterien bei planbaren Leistungen festgelegt werden, nur so könnte auch über mögliche Konsequenzen entschieden werden. Daher sei es auch begrüßenswert, dass ein unabhängiges neues Qualitätsinstitut eingeführt werde, so die Ansicht der Mehrheit der Diskussionsteilnehmer.

 Autor: mn

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