Vernunft in Main-Taunus - Chaos in Frankfurt-Höchst?

Mehr als drei Millionen Euro hat nach einem Bericht der FR-online.de der Ärztestreik die Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst bisher gekostet. Unnötige Millionen, wie das Beispiel der Stadt Stuttgart und nach diesen Pionieren zahlreiche weitere Krankenhausträger gezeigt haben. Denn durch eine rechtzeitige Einigung mit dem Marburger Bund, und wenn es nur auf einen Vorschalttarifvertrag ist, lassen sich solche Kosten ebenso vermeiden und für sinnvolle Ausgaben nutzen wie durch rechtzeitige, ernsthafte und zielführende Tarifverhandlungen, wie es im Bereich der Unikliniken das Land Hessen vorgemacht hat.

In Hessen konnten wir über die erste Insel der Vernunft berichten, die Main-Taunus-Kliniken, die durch einen Vorschalttarifvertrag mit dem MB Hessen eine Bestreikung ihrer Kliniken in Bad Soden und Hofheim abgewendet haben.

Im Saarland hat sogar die Gesamtheit der Träger kommunaler Krankenhäuser im Saarland durch die Vereinbarung eigener Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund ein flächendeckendes Aussetzen der Streiks ab dem 31.07.06 erreicht.

Warum wir in diesem Zusammenhang gerade auf die Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst abheben, werden Sie fragen. Dieses Haus ist hoch verschuldet und dürfte deshalb besonders wenig Geld zum Fenster hinaus werfen dürfen. Die starre Haltung der Kliniksleitung erscheint als ein weiteres Indiz dafür, dass diese Klinik nicht im Sinne der Patienten und Bürger geführt wird. Dass der Streik gegen die kommunalen Arbeitgeber von diesem Krankenhaus seinen Ausgang genommen hat, kann auch kaum ein Zufall gewesen sein. Insofern handeln die Verantwortlichen für die Leitung des Hauses nur konsequent: Wer seinen Patienten eine Behandlung durch übermüdete und erschöpfte Ärztinnen und Ärzte zumutet, wer ärztliche Arbeitskraft durch vielstündige Bürokratie an jedem Tag bindet, anstatt sie der direkten Krankenversorgung zugute kommen zu lassen, wer sein Krankenhaus so führt, dass sich ein Millionen-Schuldenberg aufgetürmt und die Geschäftsführerin das Handtuch geworfen hat, der wird sich wohl auch die Freiheit nehmen, durch starrköpfige Verweigerung sinnvoller Verhandlungen Millionen von Euro in einem unnötigen Streik zu verpulvern.

Da verwundert es auch nicht, wenn die Krankenhausleitung mit Methoden, die unsere demokratischen Politiker sonst weltweit nur noch in China anprangern müssen, die freie Meinungäußerung ihrer Ärztinnen und Ärzte behindert, in dem sie in Intranet der Klinik deren Website sperrt.

Armes Frankfurt!

Dass eine Klinikleitung auch konstruktiv mit seinen Leistungsträgern zusammen arbeiten kann, zeigt das positive Beispiel der Main-Taunus-Kliniken. Schon vor dem Abschluss der eigenen Tarifvereinbarung mit dem MB Hessen zur Abwendung eines Ärztestreiks in Bad Soden und Hofheim hat die Geschäftsführung der Kliniken gemeinsam mit der Ärzteschaft den Abschluss eines ärztespezifischen Tarifvertrages hier gefordert - und das, obwohl in derselben Erklärung die Ärzteschaft der eigenen Häuser auf ihre ungebrochene Streikbereitschaft hingewiesen hat.

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