Versorgungswerk der LÄKH will Opfer der Berufsunfähigkeit schwer benachteiligen

Zu den besonderen Errungenschaften des Versorgungswerkes (VW) der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) gehört die Regelung, dass Opfer einer Berufsunfähigkeit eine BU-Rente erhalten, die der regulären Altersrente entspricht, die dem Mitglied bei Erreichen des 65. Lebensjahres zugestanden hätte. Zu beeindruckt waren die Delegierten bei der Schaffung des VW vom Schicksal junger Kollegen, die eine heimtückische Krankheit zu früh aus dem Berufsleben gerissen hatte. Es musste in der Regel nicht nur eine junge Familie versorgt werden, sondern häufig verlangten auch drückende Schulden aus der Existenzgründungsphase eine Tilgung.

Konsequenz der frühen Berufsunfähigkeit war nicht selten auch ein vorzeitiger Tod, nach dem die Familie auf Witwen- und Halbwaisenrenten angewiesen war.

Nun will der Vorstand des VW die Bezugsgröße für die Berechnung der BU-Rente vom 65. auf das 62. Lebensjahr senken, um die Bilanz zu verbessern. Das vermindert sowohl die BU-Rente als auch die nachfolgende Altersrente nach Angaben des VW um ca. 6%. Auch die Witwen- und Waisenrenten werden für die gesamte Bezugszeit entsprechend niedriger.

Seit der Existenz des hessischen VW hat sich der MB Hessen für die soziale Absicherung berufsunfähiger Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Wir werden dagegen kämpfen, dass das VW in der nächsten Delegiertenversammlung der LÄKH diese unsoziale Satzungsänderung durchsetzen kann. Der Solidaritätsgedanke verlangt, dass die Gemeinschaft aller Mitglieder des VW das Schicksal des berufsunfähig gewordenen Mitglieds mitträgt und den Schicksalsschlag der Berufsunfähigkeit nicht noch durch eine Rentenkürzung “bestraft”.

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